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Merkel denkt bei neuen Technologien an die Kunden

CeBIT 2007: - Hannover - Die SMS-Kanzlerin mag es kundenfreundlich. Immer wieder erkundigt sich Angela Merkel auf ihrem Rundgang über die Computermesse CeBIT bei den verschiedenen Unternehmen danach, welchen Nutzen die Konsumenten aus den vorgestellten Geräten ziehen können.

"Man muss die Kunden ermutigen, sich auf Neues einzulassen", sagt sie an die Adresse der Firmen, deren Stände sie zur Messe-Eröffnung besichtigt. Bisher müssten viele Kunden eine "richtig dicke Wand durchbohren", bis sie verstehen, wie neue Geräte funktionieren. Merkels Botschaft: Die IT-Unternehmen sollen ihre Kundschaft nicht überfordern, neue Technologien müssten leicht zu bedienen sein. "Wer das schafft, hat ein Millionenpublikum."

Bei ihrem zweiten CeBIT-Rundgang als Kanzlerin durchschreitet die CDU-Politikerin im Eilschritt die Messehallen, ihr Gefolge kommt kaum nach. Messegäste recken die Hälse, um einen Blick auf die derzeit mächtigste Frau der EU erhaschen zu können - und das CeBIT-Publikum wird immer internationaler. Zhang Bei kommt aus Peking, er guckt mit großen Augen auf die Bundeskanzlerin. "Merkel macht gute Arbeit", meint der im Import-Export-Geschäft tätige Zhang. Die deutsche Wirtschaft aber ist ihm zu sozial, vor allem der Umgang mit den Arbeitslosen: "Die Leute sollten Geld zum Überleben bekommen, aber sie erhalten Geld, um gut zu leben." Von seinem eigenen Land zeigt sich Zhang viel überzeugter: "Wir haben gute Voraussetzungen, um schnell eigene Technologien zu entwickeln", sagt er. Dabei glänzen seine Augen.

Merkel bekommt davon nichts mit, sie ist derweil schon am nächsten Stand angekommen. Bei Fujitsu Siemens erklärt ihr Präsident Bernd Bischoff, wie die Firma den Stromverbrauch um 87 Prozent senken will. Bei Microsoft gibt sie gemeinsam mit Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes Deutsches Handwerk, den Startschuss zum IT-Fitness-Test, mit dessen Hilfe in den nächsten vier Jahren vier Millionen Jugendliche fit für die Herausforderung Internet gemacht werden sollen. Und SAP-Chef Henning Kagermann beschreibt der Bundeskanzlerin, wie das Unternehmen die Beschlüsse des ersten IT-Gipfels vom vergangenen Dezember umsetzen will.

"Ich bin positiv überrascht von den vielen neuen Anwendungen, die ich hier gesehen habe", sagt Merkel. Im wachsenden IT-Markt hofft sie auf neue Jobs. Gleichzeitig ermutigt sie die Unternehmen, "in dieser nicht immer ganz einfachen Phase" Schritt für Schritt eine breitere Anwendung zu ermöglichen. Daraus ergäben sich schließlich große Chancen, nicht nur für Großkunden, sondern auch für den Mittelstand - und damit letztlich auch für Deutschland.

Dass sich die promovierte Physikerin für die technischen Neuerungen auf der Messe interessiert, ist offensichtlich. Schließlich erledigt sie selber viele wichtige Angelegenheiten mit Hilfe der Technik - auch während des mehr als zweistündigen Rundganges holt sie häufig ihr Handy heraus, liest neue SMS. Merkel schreibe mit ihrem älteren Handy schneller Kurznachrichten als er mit seinem neuen, staunt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). "Aber deshalb ist sie ja auch Bundeskanzlerin."

Für Handytelefonate über europäische Grenzen hinweg sollen Verbraucher indes bald deutlich weniger zahlen. Die 27 EU-Telekommunikationsminister einigten sich bei einem informellen Treffen grundsätzlich auf eine Regelung für die so genannten Roaming-Gebühren, die bei internationalen Mobilfunk-Verbindungen anfallen. Bis Juni soll eine endgültige Entscheidung gefällt werden, sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding nach dem Treffen während der Cebit.

Einer Deckelung der Preise müssen noch das Europäische Parlament sowie die Minister der Mitgliedstaaten formal zustimmen. Die Preise für Auslandstelefonate könnten dann zum Juni reduziert werden, sagte Reding. Offen ist noch, wie hoch der Preis für Telefonate im Ausland sein darf. Nach jüngsten Informationen peilt die Kommission bei Verbraucher-Preisen für Anrufe ins Heimatland eine Obergrenze von 44 Cent pro Minute an und von 15 Cent bei eingehenden Anrufen. Die Deutsche Telekom veranschlagt derzeit 59 Cent pro Minute.

Die Unternehmen kritisierten die geplante Preisregulierung. "Die Tendenz zeigt ganz klar, dass die Preise für Telefonate im Ausland sinken", sagte ein T-Mobile-Sprecher. Die Preise seien in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden, zuletzt im Januar. Der Deutschlandchef von Vodafone, Friedrich Joussen, sieht den Wettbewerb durch die Regulierung gefährdet. Die Idee der EU-Kommission bringe aus seiner Sicht den Wettbewerb zum Erliegen. Von der derzeitigen Regelung profitieren vor allem die Mobilfunk\-anbieter in den Urlaubsländern Italien und Spanien.

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