Mesh-Netze, also miteinander verbundene WLAN-Zugangspunkte für bessere Netzabdeckung, sind ein Trend auf der Elektronikmesse IFA. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
1 von 7
Mesh-Netze, also miteinander verbundene WLAN-Zugangspunkte für bessere Netzabdeckung, sind ein Trend auf der Elektronikmesse IFA. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
AVM vernetzt seine WLAN-Geräte wie Powerline-Adapter (oben links und rechts) und Repeater (oben Mitte) über die Fritzbox (unten) als Schaltzentrale. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
2 von 7
AVM vernetzt seine WLAN-Geräte wie Powerline-Adapter (oben links und rechts) und Repeater (oben Mitte) über die Fritzbox (unten) als Schaltzentrale. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
Für bestmöglichen Datendurchsatz können AVMs Router und Zugangspunkte WLAN-Geräte zwischen den Funkbändern hin- und herwechseln lassen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
3 von 7
Für bestmöglichen Datendurchsatz können AVMs Router und Zugangspunkte WLAN-Geräte zwischen den Funkbändern hin- und herwechseln lassen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
Statt einer einzelnen Funkstation sollen mehrere vernetzte Zugangspunkte für bessere WLAN-Abdeckung im Haus sorgen - Mesh-Netz nennt sich das. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
4 von 7
Statt einer einzelnen Funkstation sollen mehrere vernetzte Zugangspunkte für bessere WLAN-Abdeckung im Haus sorgen - Mesh-Netz nennt sich das. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
Besser surfen daheim: Google Wifi ist ein Beispiel für Mesh-Systeme, bei denen die Einheiten untereinander per Funk verbunden sind. Foto: Lino Mirgeler/dpa-tmn
5 von 7
Besser surfen daheim: Google Wifi ist ein Beispiel für Mesh-Systeme, bei denen die Einheiten untereinander per Funk verbunden sind. Foto: Lino Mirgeler/dpa-tmn
Google Wifi dient zum Anschluss an DSL-, Kabel- oder Glasfasermodems. Die einzelnen Zugangspunkte spannen für den Datenverkehr ein vermaschtes Netz in der Wohnung auf. Foto: Lino Mirgeler/dpa-tmn
6 von 7
Google Wifi dient zum Anschluss an DSL-, Kabel- oder Glasfasermodems. Die einzelnen Zugangspunkte spannen für den Datenverkehr ein vermaschtes Netz in der Wohnung auf. Foto: Lino Mirgeler/dpa-tmn
Das Smart Wifi von devolo vernetzt die einzelnen Zugangspunkte zu Hause über die Stromleitung miteinander. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
7 von 7
Das Smart Wifi von devolo vernetzt die einzelnen Zugangspunkte zu Hause über die Stromleitung miteinander. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Raus aus dem Funkloch

Mesh-Netze verbessern das Heim-WLAN

Irgendwo klemmt es immer im heimischen Funknetzwerk. Neuester Trend der Hersteller ist eine Technik namens Mesh-WLAN. Auf der IFA präsentieren sie ihre Lösungen für besseres WLAN in jeder Ecke. Aber was ist Mesh eigentlich? Und welche Lösungen gibt es noch?

Berlin (dpa/tmn) - Meistens ist es die Küche. Oder ein weit entfernter Kellerraum. Während die WLAN-Verbindung im Rest des Hauses gut läuft, liegt dort das Funkloch. Verbindungen hängen, brechen ab, oder man kann sich gar nicht erst einwählen.

Bisher löste man dieses Problem entweder mit einem Repeater - er verstärkt das WLAN-Signal. Oder über einen weiteren WLAN-Zugangspunkt, der mit dem Router per Kabel oder Steckdose verbunden ist. Das Problem: Meist funktionieren solche Lösungen nicht sehr gut. Häufig verbinden sich Geräte im WLAN entweder mit dem Router oder dem Repeater. Bewegt man sich in der Wohnung, schalten sie nicht rechtzeitig um. Klebeeffekt nennt sich das. Mesh-WLAN soll dieses Problem lösen.

"Mesh-WLAN ist ein Funknetz, das aus mehreren Knoten besteht", erklärt Ernst Ahlers, Netzwerk-Experte der Fachzeitschrift "c't". Diese Knoten - jeder ist eine Art Zugangspunkt zum Netzwerk - stehen untereinander im Kontakt und leiten Daten immer auf dem bestmöglichen Weg vom Router oder Modem zum verbundenen WLAN-Gerät. Dadurch, dass es mehrere Zugangspunkte gibt, können auch größere Wohnungen und Häuser flächendeckend mit WLAN versorgt werden.

Zwar heißen mehrere Lösungen auf dem Markt Mesh-WLAN, doch die Wege der einzelnen Hersteller zum perfekten WLAN unterscheiden sich. Nicht jedes als Mesh-Netzwerk vermarktetes System ist auch wirklich eins. Während einige Hersteller auf die Kommunikation der Geräte untereinander setzen, lassen andere das ganze Netz über eine Zentrale verwalten. Funktioniert es, spielt das für Anwender aber keine Rolle. Das Ziel ist dasselbe.

Bestehende Systeme von Netgear und Linksys setzen auf eine Gruppe von WLAN-Funkmodulen. Neben dem Funk auf 2,4 und 5 Gigahertz mit verbundenen Geräten tauschen sie auf einem dritten Funkband Daten untereinander aus, wie Ernst Ahlers erklärt. Der Vorteil: Das Netz ist insgesamt schneller und stabiler. Dafür sind die Geräte etwas komplexer und teurer als Systeme, die auch den Funkverkehr der Zugangspunkte innerhalb des bestehenden WLANs erledigen.

Google Wifi ist so eine Lösung. Eine Funkstation wird an den Router angeschlossen und organisiert drahtlos die einzelnen Funkstationen in einem vermaschten Netz. So soll sichergestellt werden, dass der Funkverkehr immer auf dem schnellsten Weg und über den Zugangspunkt mit der besten Signalstärke zum Endgerät kommt. Im Bedarfsfall wechselt das System automatisch Funkkanäle oder schaltet Geräte auf andere Zugangspunkte um.

Beim Hersteller devolo etwa will man das Wort Mesh gar nicht benutzen, erreicht mit dem von Marcel Schüll Smart Wifi genannten Netz aber einen ähnlichen Effekt. Devolo verbindet seine WLAN-Zugangspunkte über das Hausstromnetz mit dem Router. Über diese Powerline können sich nun auch die einzelnen Geräte untereinander austauschen. Ziel ist eine verbesserte Verwaltung verbundener Geräte. Wie in einem Mobilfunknetz verbinden sich Smartphone der Notebook automatisch immer mit dem Zugangspunkt, der das beste Signal liefern kann. Endgeräte sollen so nicht mehr kleben bleiben.

Weil für die Kommunikation der Zugangspunkte untereinander die Stromkabel in der Wand genutzt werden, ist das System laut devolo stabiler als Systeme, die auf Funk setzen. Eine Einschätzung, die Ernst Ahlers teilt. Grundsätzlich ist eine Verbindung der Geräte untereinander per Kabel störungsfreier als per Funk, sagt er.

Auch der Berliner Hersteller AVM setzt bei seinen Fritzbox-Routern, Repeatern und Powerline-Adaptern auf intelligente Verwaltung der Zugangspunkte. Mesh wird hier als Begriff für die Vermarktung genutzt. AVMs Ansatz: Der Fritzbox-Router ist Schaltzentrale des Netzwerks, die einzelnen Zugangspunkte sprechen nicht direkt miteinander, sondern werden vom Router verwaltet. AVMs Mesh-System unterscheidet dabei nicht, ob ein Zugangspunkt per LAN-Kabel, Powerline oder drahtlos mit der Zentrale kommuniziert. Ahlers' Eindruck: "Das funktioniert mindestens so gut wie Google Wifi."

Mit der jüngsten Firmware-Version ihres FritzOS ertüchtigen die Berliner ab September viele ihrer neueren Produkte. Den Klebeeffekt soll ein dynamisches Umschalten von Endgeräten auf andere Zugangspunkte oder Funkbänder verhindern. Klingt kompliziert, soll in der Praxis aber im Hintergrund funktionieren. "Ziel ist, dass sich Anwender um nichts mehr kümmern müssen", sagt Doris Haar von AVM.

Elektronikmesse IFA

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Kompakte Knipsen: Was sie noch besser können als Smartphones
Klein und immer dabei: Die digitale Kompaktkamera war lange sehr beliebt und vielen ein treuer Begleiter im Urlaub oder Alltag. Doch in den vergangenen Jahren ist das …
Kompakte Knipsen: Was sie noch besser können als Smartphones
Angespielt: "Star Wars Battlefront II" im Test
Mit ihrem neuesten "Star Wars"-Spiel ernten Electronic Arts und Dice schon vorab viel Kritik. Im zweiten Teil der "Battlefront"-Reihe sollen die Fans Schlachten aus …
Angespielt: "Star Wars Battlefront II" im Test
Einmal ein Jedi-Ritter sein: "Jedi Challenges" im Test
Möge die Macht mit uns sein! Mit Lenovos "Jedi Challenges" kann jeder wie in "Star Wars" als Jedi-Ritter das Lichtschwert schwingen. Alles, was man für das …
Einmal ein Jedi-Ritter sein: "Jedi Challenges" im Test
Wenn die Kamera mitdenkt: das Huawei Mate 10 Pro im Test
Künstliche Intelligenz für bessere Fotos und schlauere Bedienung direkt an Bord: Das und nicht weniger verspricht Huawei für sein neues Android-Spitzenmodell Mate 10 …
Wenn die Kamera mitdenkt: das Huawei Mate 10 Pro im Test

Kommentare