Microsoft möbelt Xbox auf: Konkurrenz für Wii

Los Angeles - Microsoft schickt seine Konsole Xbox 360 mit einer neuartigen Gestensteuerung ins Rennen um vermeintliche Spielemuffel. Wir stellen die Wii-Konkurrenz im Video vor.

Mit dem Vorstoß attackiert der Software-Konzern direkt seinen Rivalen Nintendo, dessen erfolgreiche Wii vollkommen neue Zielgruppen erschlossen hatte. Seine treuen Fans will Microsoft mit einer leistungsstärkeren Version der Xbox bei der Stange halten.

Die Gestensteuerung namens Kinect, mit der sich Spiele ohne Hilfsmittel wie Controller steuern lassen, soll rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft Anfang November in die Läden kommen - vorerst allerdings nur in den USA. Der Starttermin für Deutschland wie auch die Preise standen zu Wochenbeginn noch nicht fest. Zugleich kündigte Microsoft eine Reihe neuer Spiele für das bisher unter dem Namen Project Natal bekannte System an.

Kurz vor Beginn der Spielefachmesse E3 hatte Microsoft Kinect am Wochenende in Los Angeles präsentiert. Die Spiele lassen sich anders als bei der Konkurrenz rein über Gesten und Körperbewegungen bedienen. Die Sensoren einer 3-D-Kamera nehmen die Bewegung des Spielers im Raum auf und übertragen sie auf einen Avatar im Spiel. Auch Menüleisten lassen sich per Handbewegung bedienen. Hinzu kommt eine Sprachsteuerung, die über ein eingebautes Mikrofon funktioniert.

Neue Version der Xbox kommt auf den Markt

Passend zu Kinect präsentierte Microsoft auch eine neue Version der Spielekonsole selbst. Die neue Xbox 360 bietet mit ihrer Festplatte von 250 Gigabyte gut doppelt so viel Speicherplatz wie der Vorgänger. Sie ist schlanker und - so verspricht Microsoft - flüsterleise. Schon in dieser Woche kommt sie in die US-Läden für 299 Dollar plus Steuern.

Schon vor einigen Jahren war Nintendo mit einer ersten, damals ganz neuartigen Bewegungssteuerung für die Konsole Wii gestartet. Mit Hilfe eines Kamerasensors und eines speziellen Controllers lassen sich Spiele für die Wii mit Bewegungen bedienen. Der Erfolg der Technologie hatte Nintendo weit vor die versammelte Konkurrenz unter den Konsolenherstellern katapultiert.

Der Erfolg von Nintendo beruhte wesentlich darauf, dass das Unternehmen ganz neue Zielgruppen angesprochen hatte. Anders als Nintendo und Sony richtete sich Microsoft mit seiner Xbox 360 und einem vor allem aus Action-Spielen bestehenden Angebot in der Vergangenheit weiter vor allem an eingefleischte Spieler.

Mit Kinect und den neuen Spieletiteln werde Microsoft nun auch im Marktbereich der “sozialen Unterhaltung“ zulegen, sagte Microsoft-Manager Oliver Kaltner. Vor allem in Deutschland und Frankreich erwartet er damit starkes Wachstum. Zum Start von Kinect sollen über 15 Spiele verfügbar sein, die die Technologie nutzen, neben eigenen Produktionen auch Titel etwa von Disney Interactive, Lucas Arts und Electronic Arts.

Erste Details der ambitionierten Technologie hatte Microsoft bereits vor einem Jahr auf der E3 vorgestellt. Die Spielefachmesse zählt zu den wichtigsten Treffen der Branche. Nach teils drastischen Einbrüchen der Besucherzahl in den vergangenen Jahren hofft die Messe, in diesem Jahr wieder an frühere Erfolge anknüpfen zu können. Die Messe richtet sich ausschließlich an Fachbesucher.

dpa

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