Microsoft: Neue "Origami"-Geräte

- Hannover - Das Konzept von Microsoft, für eine Produkteinführung auf trendige Marketing-Strategien zu setzen, scheint aufzugehen. Auf der CeBIT in Hannover gehören die "Origamis" zu den Highlights der Messe und wirken an den Messeständen als wahre Publikumsmagneten. Über Wochen hatte der Softwarekonzern hauptsächlich im Internet eine Spur gelegt, ohne das Geheimnis um die neuen ultramobilen PCs (UMPC) wirklich zu lüften.

Erstmals wurden nun in Hannover konkrete Einzelheiten bekannt. Samsung, Asus sowie der taiwanesische Hersteller Founder präsentieren an ihren Ständen erste Modelle der handlichen, etwa DIN-A-5 großen Geräte, die wie eine Kreuzung aus Smartphone und Tablet-PC aussehen.

"Eines Tages werden die Geräte so weit verbreitet sein wie Mobiltelefone", sagte Microsoft-Manager Bill Mitchell. Die Origamis verfügen über drahtgebundene und drahtlose Internet-Anschlüsse (Ethernet und WLAN) sowie ein berührungsempfindliches Display. Als Betriebssystem dient die Windows-Version für den Tablet-PC. Geräte mit dem künftigen Betriebssystem Vista seien in Vorbereitung, teilte Microsoft in Hannover mit. Die UMPCs lassen sich per Finger oder mit dem Stift bedienen. Alternativ sind an der Seite des Geräts Tasten zum Aktivieren verschiedener Programme angebracht. Im Herzen der kleinen Mobilgeräte schlagen Celeron-Prozessoren von Intel. In Kürze sollen erste Modelle auch in Deutschland verfügbar sein.

Seit Jahren ist der Tablet-PC eines der liebsten Kinder von Microsofts Chief Software Architect Bill Gates. Mit den wandelbaren Notebooks hatte der Unternehmensgründer allerdings bislang keinen durchschlagenden Erfolg, die Absätze dümpelten über Jahre mehr oder weniger konstant vor sich hin. Dabei sollte der Tablet-PC die Nutzung des mobilen PCs revolutionieren. Mit entsprechender Windows-Software und integrierter Schrifterkennung sollten die Geräte mühelos auch als traditionelles Notizbuch dienen. Mit den neuen kleinen Origamis, so die Einschätzung von Samsung-Manager David Steel, könne sich der Erfolgsfaktor jedoch schnell ändern. Heute, so Steel, könnten die neuen Möglichkeiten bei der Vernetzung den Geräten endlich zum Durchbruch verhelfen.

Um die Aufmerksamkeit auf die kleinen Minis zu lenken, hatte sich Microsoft in den vergangen Wochen eine für den weltgrößten Softwarekonzern relativ ungewöhnliche Methode zu Nutze gemacht. Mit Hilfe des so genannten viral marketing legte das Unternehmen im Netz eine Spur von zum Teil bedeutungsschwangeren Andeutungen. Ergebnis war, dass sich die Branche bereits seit längerer Zeit Spekulationen hingab, um welche Art von Produkt es sich denn handeln könne. Als einer der Effekte war auf der CeBIT etwa am Stand von Samsung am Donnerstag der kleine PC mit dem Namen Q1 hinter einer Menschentraube versteckt.

Bis die Origamis zu einem weltweiten "Killerprodukt" werden, werden nach Einschätzung von Rob Enderle, Chef der kalifornischen Marktforschungsfirma Enderle Group, allerdings noch einige Versionen ins Land gehen. Mit der Zeit, wenn die Entwickler alles richtig machen, könne der Mini jedoch möglicherweise sogar die Bedeutung bekommen, die heute der Personal Computer besitzt.

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