Microsoft setzt auf Sicherheit

- Las Vegas - Für den weltgrößten Softwarehersteller Microsoft wird die Sicherheit auch in den kommenden Jahren das wichtigste Thema sein. "Das wird noch drei bis vier Jahre auf unserer Prioritätenliste ganz oben stehen", sagte Microsoft-Gründer Bill Gates am Freitag am Rande der Unterhaltungselektronikmesse CES 2004 in Las Vegas in einem dpa-Gespräch.

"Wir sind schon ein gutes Stück voran gekommen, doch es gibt weiterhin böse Kerle da draußen, die Schaden anrichten wollen." <P>Nach der Übernahme eines rumänischen Anbieters von Anti- Virussoftware werde Microsoft auch selbst Sicherheitsprodukte offerieren oder in seine Betriebssysteme integrieren, sagte Gates. "Wir sind mit den führenden Herstellern von Sicherheitssoftware im Dialog, um der Branche genügend Raum für Innovationen zu lassen." Gute Fortschritte habe man bei der Bekämpfung von unerwünschten Werbemails ("Spam") erzielt.</P><P>Die Produktpräsentationen des Softwaregiganten standen auf der CES im Zeichen des nahtlosen Datenaustauschs zwischen Unterhaltungsgeräten und dem PC. Als absolute Neuheit stellte Microsoft den "Windows Media Center Extender" vor, der den Computer zur Schaltzentrale für die häusliche Unterhaltung machen soll. Ausgestattet mit der "Windows XP Media Center Edition" soll der Rechner drahtlos und durch Zimmerwände hindurch mit dem Fernseher kommunizieren und per Fernbedienung Daten wie Filme, Bilder und Internetinhalte austauschen können.</P><P>Die intelligente Armbanduhr, die Informationen via Funk empfangen kann, werde Microsoft außerhalb der USA vorerst nur in Europa auf den Markt bringen, sagte Gates. "Wir würden gerne auch in Japan und in anderen Ländern unsere Smart Watch anbieten, wegen der komplizierten Regulierung der Frequenzspektren in diesen Regionen ist das aber nicht möglich." Auf die Uhren können via UKW Wetterdaten, Nachrichten, Sportergebnisse oder aber auch persönliche Informationen wie Terminerinnerungen gefunkt werden. Käufer einer "Smart Watch" können die Inhalte über ein Abonnement des Onlinedienstes MSN Direct beziehen.</P><P>Gates betonte, Microsoft sei mit einem Etat für Forschung und Entwicklung in Höhe von jährlich sechs Milliarden Dollar das Unternehmen, das weltweit am meisten für Innovation und ständige Verbesserung der Produkte ausgebe. "Da wir gut verdienen, sind wir in der glücklichen Lage, das zu tun." Mittel- und langfristig werde sich das für Microsoft auszahlen, auch wenn Produkte wie der Tablet PC oder die Spielekonsole XBox nicht von Anfang an profitabel seien. "Microsoft neigt dazu, bei diesen Dingen einen langen Atem zu haben."</P><P>Seit der Gründung von Microsoft im Jahr 1975 sei ein Großteil der Vision, die er damals mit Paul Allen entwickelt hatte, in die Wirklichkeit umgesetzt worden, sagte Gates. "Der PC ist das mächtigste Werkzeug, das man sich nur vorstellen kann. Früher hatten nur Regierungen und große Organisationen Zugang zu diesen Ressourcen. Heute kann jedermann darüber verfügen."</P> 

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