Militär-Sonar könnte Wale töten

- Sonarsignale von Kriegsschiffen lassen Wale möglicherweise zu schnell auftauchen und stranden. Zu diesem Schluss kommen britische und spanische Forscher nach der Untersuchung mehrerer Schnabelwale, die im vergangenen Jahr nach Marinemanövern an den Stränden zweier Kanareninseln verendet waren.

<P>London  - Die untersuchten Tiere zeigten Symptome der zuvor bei den Meeressäugern unbekannten Taucherkrankheit, berichten die Forscher im Fachjournal "Nature" (Bd. 425, S. 575). Durch die Druckänderung bei zu schnellem Auftauchen entstehen kleine Bläschen von im Blut gelösten Gasen, die Blutgefäße verstopfen und Gewebe schädigen können.</P><P>Auf Fuerteventura und Lanzarote seien insgesamt 14 Wale nur wenige Stunden nach einem Marinemanöver gestrandet, bei dem auch ein so genanntes Mittelfrequenz-Sonar eingesetzt worden sei, schreiben die Forscher des Instituts für Zoologie in London und Kollegen von der Universität Las Palmas auf Gran Canaria. Bei der Obduktion der Meeressäuger fanden die Wissenschaftler Gasblasen in den Blutbahnen sowie Blutungen in lebenswichtigen Organen. Nach Ansicht der Forscher könnten die akustischen Signale des Sonars die Wale zu einem allzu schnellen und artfremden Auftauchen veranlasst haben.</P><P>Die Wissenschaftler forderten die Verschärfung von Umweltbestimmungen, um die Gefahr für Wale durch den Einsatz von Sonar unter Wasser zu minimieren. Erst im August hatte eine Richterin in San Francisco zum Schutz von Walen und anderen Meerestieren Sonar- Tests der US-Marine in weiten Teilen der Weltmeere untersagt. Die Pläne für Schallwellenprojekte würden Wale, Tümmler und Fische gefährden und gegen Tierschutzgesetze verstoßen, hatte es in dem Urteil geheißen.</P><P>Tierschützer machen seit langem geltend, dass vor allem Meeressäuger durch Sonar-Tests Orientierungsprobleme mit gefährlichen Auswirkungen auf die Futtersuche bekommen. Eine weitere Folge seien schwere Verletzungen wie Geweberisse im Hirn- und Ohrenbereich mit tödlichen inneren Blutungen. Dies untermauert auch die jetzt veröffentlichte Studie.</P>

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