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Facebook hat den Fotodienst Instagram gekauft.

Milliarden-Kauf: Facebook schluckt Instagram

New York - Milliarden-Kauf für 30 Millionen Nutzer und 13 Entwickler: Facebook unternimmt viel, um den Fotodienst Instagram zu bekommen. Doch solle kein Instagram-User gezwungen werden, Facebook zu nutzen, verspricht Zuckerberg.

Facebook wagt kurz vor dem Mega-Börsengang noch eine dicke Übernahme: Das weltgrößte Online-Netzwerk schluckt für rund eine Milliarde Dollar (760 Mio Euro) die Foto-Plattform Instagram. Der Dienst soll eigenständig weiterarbeiten und nicht mit Facebook-Angeboten verschmolzen werden, versprach Facebook-Gründer Mark Zuckerberg am Montag. Der tatsächliche Kaufpreis könnte schnell noch höher werden - ein Teil wird in Facebook-Aktien bezahlt, die nach dem Börsengang noch an Wert gewinnen könnten.

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Instagram ist deutlich kleiner als Facebook: Die Plattform hatte zuletzt rund 30 Millionen Nutzer, während das Online-Netzwerk inzwischen auf 850 Millionen kommt. Über Instagram lassen sich mit dem Smartphone geschossene Fotos mit wenigen Klicks im Bekanntenkreis teilen. Instagram kooperiert dabei neben Facebook auch mit Twitter oder dem Miniblog-Dienst Tumblr.

Die Nutzer könnten weiterhin ihre Bilder in andere soziale Netzwerke senden, versicherte Zuckerberg. Auch solle kein Instagram-Nutzer gezwungen werden, Facebook zu nutzen. “Wir denken, es ist ein wichtiger Teil der Erfahrung, dass Instagram mit Diensten jenseits von Facebook verbunden ist.“

“Instagram wird bestehen bleiben“, versprach auch Firmenmitgründer und Chef Kevin Systrom im hauseigenen Blog. Das gelte ebenso für die kostenlose App, die auf Apples iPhone und den Android-Smartphones läuft. Das kleine Programm ist quasi das Eingangstor in die Instagram-Welt. Gemeinsam mit Facebook sollten aber neue Funktionen entwickelt werden. Umgekehrt sollen sich die Facebook-Entwickler nach dem Wunsch Zuckerbergs den einen oder anderen Kniff von ihren Instagram-Kollegen abschauen und in die eigenen Services einbauen.

Facebook stemmt den Zukauf mit einer Mischung aus Bargeld und eigenen Aktien. Das soziale Netzwerk treibt seit Wochen seinen Börsengang voran, der für Mai oder Frühsommer erwartet wird. Mit Einnahmen von aktuell angepeilten fünf Milliarden Dollar würde es der größte Börsengang einer Internetfirma überhaupt. Zusammen mit den Anteilen, die bei den Alteigentümern wie Zuckerberg verbleiben, dürfte Facebook auf eine Firmenbewertung von 100 Milliarden Dollar kommen.

Der Instagram-Zukauf soll noch in diesem Quartal abgeschlossen werden. “Das ist ein wichtiger Meilenstein für Facebook, weil es das erste Mal überhaupt ist, dass wir ein Produkt beziehungsweise ein Unternehmen mit so vielen Nutzern übernommen haben“, schrieb Zuckerberg.

dpa

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