+
Wohin soll die Reise gehen? Wingly ist eine der Mitflugzentralen, auf der Hobbypiloten ihre Maschinen und Flugrouten teilen. Screenshot: wingly.io Foto: wingly.io

Mitflugzentralen: Privatpiloten treffen Fluggäste

Für Autofahrten gibt es sie schon Jahrzehnte: Die Mitfahrzentralen. Doch jetzt sind solche Vermittlungsplattformen auch für Flüge auf dem Markt. Nicht nur Strecken- sondern auch Rundflüge werden angeboten.

Berlin (dpa/tmn) - Kleine Propellerflugzeuge sind die Domäne der Hobbypiloten. Das heißt aber nicht, dass diese Maschinen keine ernstzunehmenden Verkehrsmittel sind. Das haben sich auch einige Start-ups gedacht und Mitflugzentralen ins Leben gerufen.

Sie heißen Coavmi, Flyt.club, Skyüber oder Wingly und ermöglichen jedem, relativ schnell von A nach B zu kommen oder einfach aus Spaß oder Interesse in einer Cessna, Piper oder Robin mitzufliegen. Selbst Hubschrauber-, Leichtflugzeug-, Jet- oder Ballon-Reisen finden sich in den Angeboten.

Neben Flügen über lange Distanzen, etwa von Hamburg nach St. Moritz, bieten Piloten auch Rundflüge über diverse Städte und Regionen an. Bei Flyt.club und Wingly finden sich zahlreiche Startflughäfen in Deutschland, während bei Coavmi und Skyüber Flugrouten mit Ausgangspunkten in anderen europäischen Ländern dominieren. Preislich liegen die Flüge meist zwischen 20 und 200 Euro. Eine Fluggarantie gibt es nicht: Der Pilot kann jederzeit absagen, dann gibt es aber auch das Geld zurück.

Als sogenannte Selbstkostenflüge auf Teilungsbasis, bei der ein Pilot keinen Gewinn erzielen darf, sind solche Angebote in Deutschland erlaubt: Die anfallenden Kosten für den Flug, also etwa Treibstoff, Flughafengebühren und gegebenenfalls Mietkosten des Flugobjekts, werden auf alle der in der Regel zwei bis sechs Mitflieger, einschließlich des Piloten, aufgeteilt. Dieser profitiert nicht nur von Gesellschaft über den Wolken, sondern insbesondere von der Möglichkeit, einen Teil der Unkosten für sein recht kostspieliges Hobby wieder hereinholen zu können.

Während etwa bei Wingly oder Coavmi die Vermittlung gratis ist, verlangt Flyt.club für tatsächlich stattgefundene Flüge vom Passagier eine Gebühr von 10 Prozent des Sitzplatzpreises, mindestens aber 5 Euro. Bei Skyüber muss dagegen der Pilot 20 Prozent des Sitzplatzpreises als Vermittlungsgebühr abgeben.

Wer nicht gleich einen passenden Flug findet, kann sich bei den meisten Anbietern E-Mail-Benachrichtigungen für die gewünschten Ankunfts- und Abflugsorte einrichten, so dass es eine Nachricht gibt, wenn passende neue Flugrouten eingestellt werden. Bevor ein Pilot Flüge teilen darf, muss er bei den Mitflugzentralen diverse Nachweise über seine Identität, Lizenzen, Flugtauglichkeit und -praxis erbringen. Außerdem können die Passagiere ihren Piloten meist auch bewerten.

Mitflugzentrale Wingly

Mitflugzentrale Flyt.club

Mitflugzentrale Coavmi

Mitflugzentrale Skyüber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Test Halo Wars 2: Die Quadratur des Kreises
Mit „Halo Wars 2“ wagt Microsoft ein Experiment: Konsolenspieler sollen sich für das Konzept der Echtzeitstrategie erwärmen. Klappt das? Zum Test:
Test Halo Wars 2: Die Quadratur des Kreises
Alter Whatsapp-Status kommt zurück
Mountain View - Gerade erst hatte Facebook eine neue Status-Funktion in seinem Whatsapp-Messenger eingeführt. Jetzt macht das Unternehmen eine Kehrtwende.
Alter Whatsapp-Status kommt zurück
iPhone fängt Feuer
Tuscon - Es ist der Horror für jeden Smartphonebesitzer. Man zieht das Gerät vom Ladekabel ab, plötzlich fängt es Feuer. Was Besitzer eines Samsung Galaxy Note 7 …
iPhone fängt Feuer
Google greift WhatsApp mit neuem Android-Messenger an
Mountain View - WhatsApp gilt als der Messenger-Dienst Nummer Eins. Jetzt will Google mit einer eigenen App angreifen.
Google greift WhatsApp mit neuem Android-Messenger an

Kommentare