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Umleitung zum Stoppschild: Nicht nur Deutschland umgeht so die Kinderpornoseiten.

Kinderpornografie im Netz

Stoppschild für Kinderpornos kommt diese Woche

Das Bundesfamilienministerium hat sich mit den Providern geeinigt. Wir blicken auf die Handhabung in anderen Ländern.

Ab Ende der Woche soll nur noch ein Stoppschild erscheinen, wenn Nutzer versuchen, kinderpornografische Internetseiten anzusehen. Am Freitag, 17. April, wollen die Netzanbieter entsprechende Verträge unterzeichnen, meldet die Netzeitung.

Damit verpflichten sich die Provider, Kinderporno-Seiten auf ausländischen Servern zu blockieren. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen erklärt im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, was sie von der Sperre erwartet. Doch Fachleute bestreiten, dass solche Sperren viel nutzen, außerdem unterläuft die Sperre den Datenschutz. Zeit Online hat die Kritikpunkte zusammengefasst.

Wir haben uns umgesehen, wie andere Länder das Problem der Internetsicherheit handhaben.

England, Italien, Skandinavien, Schweiz

In diesen Ländern wird die Internetsperre seit Jahren angewendet. In Großbritannien belaufen sich die Kosten dafür auf rund 600.000 Euro, schreibt 3sat. Völlig unterbinden ließe sich Kinderpornografie damit nicht, doch das Massengeschäft werde zumindest behindert. In Norwegen werden täglich rund 15.000 Zugriffe auf Kinderporno-Seiten unterbunden, schreibt das Blog Magnus.

USA

In Amerika stoßen sich Kritiker derzeit am Entwurf für den Cybersercurity Act 2009. Eingeführt, würde das Gesetz die Internetsicherheit laut Kritikern in die Hände des Staates legen, berichtet der Branchendienst Heise. Im konkreten Fall heißt das: Der Präsident könnte in einer Notsituation sozusagen den großen roten Internet-Knopf drücken und den gesamten Netzverkehr auf US-Boden stoppen.

Frankreich

Zwar ging es bei Frankreichs Three-Strikes-Out-Vorstoß nicht um Kinderpornografie, sondern um Internetpiraterie, doch der Tenor der Kritiker ist der gleiche: Der Datenschutz wird unterwandert. Unter Leitung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy wurde Anfang April ein Gesetz zum Schutz geistigen Eigentums verabschiedet. Nach zwei Mahnbriefen wird der Internetzugang des Filesharers gekappt. Um rechtliche Schritte einleiten zu können, dürfen die IP-Adressen des Betroffenen ohne Richterbeschluss eingesehen werden, berichtet das Musikmagazin laut.de. Die Opposition stoppte das Gesetz letztendlich, schreibt Gulli. Nun setzt sich die EU weitläufig gegen die Einführung des Three-Strikes-Out-Gesetzes in Europa ein.

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