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Nun wehren sich die Fachleute: Eltern, die im IT-Bereich arbeiten, protestieren für eine sachliche Diskussion um die Bekämpfung von Kinderpornografie.

IT-Eltern gegen Internetsperren

Im Streit um die von der Regierung geplanten Internetsperren melden sich nun auch Fachleute zu Wort: Eltern, die in IT-Berufen arbeiten, gehen an die Öffentlichkeit.

Rekordverdächtige 74.425 Menschen haben bisher und in nur wenigen Tagen die Petition unterzeichnet, die eine Veränderung des Telemediengesetzes kritisiert. Nachdem auch FDP und Grüne das Gesetz kritisierten meldet sich nun eine Gruppe zu Wort, deren Meinung in der Öffentlichkeit schwer wiegen dürfte: Eltern.

Nicht irgendwelche Eltern, sondern Eltern, die in IT-Berufen arbeiten und im besten Falle eine akademische Ausbildung haben. Sie wehren sich, genau wie die Unterzeichner der Petition, gegen die Internetsperren, die das Bundesfamilienministerium plant. Es will Nutzer, die auf Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt zugreifen wollen, auf eine Stoppschild-Seite umleiten. Das Ziel, Kindesmissbrauch und -pornografie einzudämmen, unterstützen die Kritiker ausdrücklich. Nur ist ihrer Meinung nach das Vorgehen nicht nur völlig unwirksam im Kampf gegen eine Verbreitung von Kinderpornografie, sondern greife auch gefährlich in die Informationsfreiheit der Bürger ein.

Nun hat Hanno Zulla, Diplominformatiker und Vater einer Tochter, Eltern aus IT-Berufen dazu aufgerufen, eine Pressemitteilung zu unterschreiben. Darin kritisieren die Unterzeichner das Vorgehen der Regierung, fordern eine sachliche Diskussion und erklären, warum sie das Vorgehen der Verantwortlichen für wirkungslose Symbolpolitik halten. "Wer auf einer Pressekonferenz effektvoll ein 'Stoppschild im Netz' in die Kameras hält, tut damit nichts gegen Kinderpornographie", schreibt Hanno Zulla in seinem Aufruf. Die Liste der Unterzeichner wächst mit jeder Minute.

Schon den Erfolg der Petition habe die Regierung ignoriert und deren Unterzeichnern unterstellt, gegen die Eindämmung von Kinderpornografie zu sein, schreibt die Zeit. Stößt sie nun auch den IT-Eltern vor den Kopf, dürfte die Regierung künftige Wähler verprellen. Hier der Link zum Artikel: "Wie man eine Generation verliert". Netzpolitik hat weitere Pressestimmen gesammelt. (via Rivva)

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