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Große Erwartungen: sowohl an das Magazin als auch an dessen Macher Timm Klotzek.

Neues Eltern-Magazin

Nido: Die Neon für Eltern

Lifestyle statt Wickeltipps: Mit dem Hochglanzmagazin Nido richtet sich der Verlag Gruner + Jahr an moderne Eltern. Chefredakteur Timm Klotzek lancierte schon das Erfolgsprodukt Neon.

In einer Zeit, die den Tod zahlreicher Magazine wie Amica, Park Avenue und Vanity Fair bedeutete, bringt Gruner + Jahr ein neues Produkt auf den Markt. Nido - spanisch für Nest - richtet sich an eine attraktive Zielgruppe: junge Eltern, mit guter Bildung und hohem Einkommen, die in Großstädten wohnen.

Die erste Ausgabe kam am heutigen Freitag, 17. April, in die Läden. Titelgeschichten sind eine Weltreise mit zwei kleinen Kinder, Sex nach der Geburt, Arbeit finden trotz Kind, Spielzeuge aus aller Welt, antiautoritäre Erziehung. Dazwischen sammeln sich Kolumnen, Kulturtipps und Modestrecken. Wie das aussieht, kann man sich bei Gute Seiten angucken.

Timm Klotzek, 36 und selbst Vater zweier Kinder, brachte schon das Erfolgsmagazin Neon mit dem "Lebensgefühl-Journalismus" an den Markt. Er richtet sich an Eltern, die nicht spießig sein wollen. Das Magazin ist nicht kind- sondern elternzentriert. Es begleitet junge Eltern, die den "Teil ihres Lebens wieder aufnehmen möchten, das sie vorm Kind hatten. Nur eben jetzt mit Kind", sagte Klotzek gegenüber dem Tagesspiegel. Gegenüber dem Medienmagazin DWDL erklärte Klotzek im Interview, was er von seinem neuen Projekt erwartet.

Das Konzept könnte aufgehen, meint die taz, auch wenn die Themenauswahl im ersten Heft etwas willkürlich erscheine. Andere Stimmen erinnern an die Pleite der Süddeutschen Zeitung, deren Elternmagazin Wir gleich nach der ersten Ausgabe eingestampft wurde. Der Spiegel findet den Ansatz zu harmlos und die Zielgruppe zu eng gesteckt. Statt Hartz-IV-Alleinerziehenden erblicke man "keimzellige Bionade-Bürgerlichkeit, wie sie der Berliner Ex-Szene-Bezirk Prenzlauer Berg die letzten Jahre stilbildend geprägt hat." Die Meedia-Kritik räumt dem Magazin vorsichtig Chancen ein. Der Sichelputzer findet das Konzept verfehlt: urbane Eltern wollen lieber im Internet angesprochen werden, ist der Tenor.

Das zweite Heft soll am 16. Oktober erscheinen. Bei Erfolg geht es dann 2010 monatlich weiter.

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