+
Vorerst am Leben gehalten: 2000 Euro wurden für die Medienlese gespendet.

60 Spender retten das Blog Medienlese

60 Spender haben es geschafft, zumindest die Rubrik "6 vor 9" des mittellosen Blogs Medienlese zu retten. Doch sollte man einem Medienunternehmen Geld schenken?

Am Freitag veröffentlichte der Zürcher Onlineverlag Blogwerk AG die für viele Blogger und Medienleute traurige Nachricht: Medienlese.com ist unrentabel und soll zum Ende des Monats eingestellt werden. Mit dem Blog wäre auch die beliebte Rubrik "6 vor 9" aus der Welt verschwunden, die in einer Art Presseschau täglich sechs Artikel zu Medienthemen empfiehlt. Wenn da nicht die Blogger wären.

Während sich alle noch in tiefer Trauer befanden, nahm Sachar Kriwoj vom Blog Massenpublikum die Zügel in die Hand und rief zu einer Spendenaktion auf. Das Ziel hatte er sich von Peter Hogenkamp, Gründungsmitglied der Blogwerk AG, ausrechnen lassen: 150 Leute, die monatlich fünf Euro zahlen, hätten zumindest die Rubrik "6 vor 9" gerettet. Massenpublikum richtete beim Spendenportal Betterplace ein Konto ein.

Doch der Aufruf überzeugte zumindest die Zugpferde der Branche nicht. Stefan Niggemeier wies zwar auf die Aktion hin, hielt sich mit Lob aber zurück. Die FAZ lästerte gar, dass nun ein Blog, das die Sparwelle in den großen Zeitungsverlagen bisweilen kritisch betrachtete, selbst vor dem finanziellen Aus steht. Einzig La Triperie ging das Thema durchdacht an und stellte zur Diskussion, ob Blogger nun einem Medienunternehmen Geld schenken sollen. Immerhin könne Hogenkamp die Medienlese auch einfach den Autoren schenken und ihnen überlassen, wie sie das Angebot weiterführen wollen. Verkaufen können hätte er die Domain ohnehin nicht.

Auch andere sehen in einer Spendenaktion nicht die Lösung für die Vermarktungsprobleme, die noch immer im Netz bestehen. Immerhin sind über das Wochenende 2000 Euro gespendet worden. Damit kann "6 vor 9" bis Oktober weiter betrieben werden - nun aber nur noch mit einem Autor, Ronnie Grob. Das Blog Medienrauschen sieht darin nur einen Aufschub, bis sich die Medienlese endlich ein überzeugendes Vermarktungskonzept überlegen muss. Andere sind erleichtert, ihre morgendliche Rubrik "6 vor 9" weiter lesen zu können. Was sie so erfolgreich macht, erklärt das Blog Upload.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

3D-Touch löst WLAN- und Bluetooth-Problem von iOS 11
Das Deaktivieren von WLAN und Bluetooth ist beim Betriebssystem iOS 11 etwas umständlicher als bei seinem Vorgänger. Es sei denn man nimmt eine Abkürzung über die …
3D-Touch löst WLAN- und Bluetooth-Problem von iOS 11
Webseite hilft beim Verbessern pixeliger Fotos
Digitalkameras werden immer besser - und mit ihnen die Bildqualität. Da sehen alte Fotos nicht mehr so attraktiv aus. Eine Webseite hilft dabei, diese auf den neuesten …
Webseite hilft beim Verbessern pixeliger Fotos
„Digitalisierung krempelt auch das letzte kleine Geschäft um“
Interview mit Thomas Kaspar, Chief Product Officer und Chefredakteur der Zentralredaktion.
„Digitalisierung krempelt auch das letzte kleine Geschäft um“
Für die Kino-Pinkelpause - App kennt langweilige Filmszenen
Wenn man mitten im Film auf die Toilette muss, kann einem das schon mal den ganzen Kinospaß verderben. Denn wer nicht weiß, was als nächstes im Film passiert, bleibt …
Für die Kino-Pinkelpause - App kennt langweilige Filmszenen

Kommentare