Mobile Schnüffler

- Mobiltelefone rücken immer häufiger in das Blickfeld der Kriminalpolizei und Nachrichtendienste. Nicht nur die internationale Terroristenszene bedient sich gerne der Mobilität und scheinbaren Anonymität von Handys. Auch bei der Weitergabe von Betriebsgeheimnissen spielt das Handy eine zentrale Rolle. Viele Unternehmen betrachten das Handy mittlerweile als Sicherheitsrisiko und verbieten ihren Mitarbeitern das mobile Telefonieren innerhalb des Firmengeländes.

<P>Diese Sicherheitsmaßnahmen sind nicht übertrieben, denn schon ein ganz normales, handelsübliches Handy kann eingesetzt werden, um eine interne Besprechung abzuhören: Wird zuvor eine Verbindung zu einem externen Mithörer aufgebaut und das Mobiltelefon unauffällig im Raum platziert, so kann ein Dritter unbemerkt mithören, was in diesem Raum gesprochen wird. Noch besser kann man Besprechungen mit Handys abhören, in die zuvor ein Lauschsender eingebaut wurde, oder bei denen die geräteinterne Steuersoftware manipuliert wurde. Durch solche Manipulationen kann man zum Beispiel das Display des Handys abschalten, obwohl eine Gesprächsverbindung besteht und so Dritte unbemerkt mitlauschen lassen. Derart manipulierte Mobiltelefone sind zwar hierzulande verboten, aber kaum jemand wird das Handy eines Mitarbeiters zerlegen, um zu überprüfen, ob daran etwas verändert wurde. </P><P>Lauschangriff im Konferenzraum</P><P>Hilfreich ist das Handy auch bei der Weitergabe von vertraulichen Daten an die Konkurrenz: Mit Hilfe einer PC-Einsteckkarte kann man via Handy Daten von einem PC über das Mobilfunknetz - oder das Internet - auf einen anderen PC übertragen. Da man durch das Handy die firmeninterne Telefonanlage umgeht, wird ein solcher Datentransfer nicht aufgezeichnet und bleibt vom Werksschutz unbemerkt. Auch Kamerahandys werden immer häufiger dazu eingesetzt, um vertrauliche Unterlagen abzulichten und an externe Interessenten zu verschicken. <BR><BR>Verschlüsselung wird ausgetrickst</P><P>Wer jetzt denkt, dass nur im betrieblichen Bereich das Handy zum Abhörgerät wird und man bei rein privater Nutzung sicher vor unerwünschten Mithörern ist, der liegt falsch: Generell ist es jederzeit möglich, Handys zu überwachen und abzuhören. Zwar wird in deutschen Mobilfunknetzen die Funkübertragung zwischen Mobiltelefon und Basisstation des Netzbetreibers verschlüsselt, aber auch auf diesem vermeintlich sicheren Weg drohen Lauschangriffe. Mit Hilfe spezieller technischer Systeme können die Sicherheitsmechanismen ausgetrickst werden: Sie täuschen dem Handy eine Basisstation vor, schalten die Verschlüsselung ab und schaffen so die Voraussetzung für das Ausspionieren der persönlichen Daten des Handybesitzers, die auf der SIM-Karte gespeichert sind. </P><P>Um sich vor Lauschangriffen und anderen Überraschungen zu schützen, sollte man sein Handy nur bei einer vertrauenswürdigen Quelle kaufen. Zudem gibt es im Handel mittlerweile auch Handys, die auf dem Display anzeigen, wenn die Datenverschlüsselung beim Verbindungsaufbau fehlt. Falls einem die SIM-Karte abhanden kommt, sollte man diese sofort beim Netzbetreiber sperren lassen. <BR><BR>Wer sich ausführlicher über das Thema Mobile Kommunikation und Sicherheit informieren möchte, findet Informationen auf den Webseiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, www.bsi.de.</P><P>www.bsi.de<BR></P>

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