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Der WhatsApp-Horror „Momo“ versetzt die Tochter von TV-Moderatorin Eva Grünbauer in Angst.

Eva Grünbauer

„Momo“ bei WhatsApp: TV-Moderatorin von Horror-Nachricht betroffen

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„Momo“ bei WhatsApp: Vom Grusel-Account ist auch die Familie der TV-Moderatorin Eva Grünbauer betroffen. Ihre Tochter bekam eine Horror-Nachricht.

München - Sonst ist sie für ihr strahlendes Lächeln bekannt. Am Donnerstag begann Eva Grünbauer ihre Moderation in der TV-Nachrichtensendung „17:30 SAT.1 BAYERN “ am Montag jedoch ungewohnt ernst. „Ich erzähle ihnen jetzt mal kurz was aus meinem Privatleben. Meine Tochter kommt seit drei Tagen jede Nacht zu uns ins Schlafzimmer, weil sie so furchtbar Angst hat. Und warum? Sie hat einen richtig gruseligen Kettenbrief über WhatsApp bekommen.“

Aber nicht nur ihre Tochter sei Opfer des furchteinflößenden Kettenbriefes geworden, berichtete Eva Grünbauer. „Ganz viele Schüler in Bayern haben den bekommen. Es geht um ein Grusel-Geschöpf namens ‚Momo‘.“

„Momo“-Horror bei WhatsApp: Diesen Kettenbrief bekam die Tochter von TV-Moderatorin Eva Grünbauer

Seit Tagen verschickt ein WhatsApp-Account namens "Momo" mit einem Horror-Profilbild diesen Kettenbrief (mit etlichen Rechtschreibfehlern):

„Hallo ich bin Momo und bin vor 3 Jahren verstorben ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest das ich heute Abend um 00:00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim schlafen zuschaue dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter. Du glaubst mir nicht?

Angelina 11 hilt die Nachricht für fake und schickte sie an niemanden weiter in der Nacht hört sie Geräusche aus einer Ecke ihres zimmers sie wollte nach gucken doch auf einmal rante etwas auf sie zu am nächsten Morgen wurde sie Tot in ihrem Bett gefunden

Tim 15 schickte die Nachricht nur an 6 Leute weiter am nächsten Morgen wachte er mit einem abgefressenen Bein und einem abgeschnittenen Arm auf

Linda 13 schickte die Nachricht an alle weiter heute hat die ihre wahre liebe gefunden und wohnt mit ihrem freund in einer modernen Villa

Falls du diese Nachricht nicht weiter schickst weisst du was passiert also pass auf und schicke sie weiter“

Mittlerweile hat auch die Polizei in Bayern den „Momo“-Kettenbrief bei WhatsApp auf dem Schirm. „Wir raten Kindern oder auch Eltern, die solche Nachrichten bekommen, diese zu ignorieren und auch zu löschen“, sagt Stefan Gaisbauer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern. „Keinesfalls soll man dem Kontakt antworten oder diesen bei sich im Handy unter Kontakte abspeichern. Den Eltern raten wir: Suchen Sie das Gespräch mit ihren Kindern, nehmen Sie ihnen die Angst und machen Sie ihnen klar, dass nichts passiert, wenn sie die Nachricht nicht weiterleiten.“

Auch TV-Moderatorin Eva Grünbauer thematisierte in ihrer SAT.1-Nachrichtensendung, wie betroffene Eltern mit dem WhatsApp-Phänomen „Momo“ umgehen sollten. Dazu hatte sie den Rosenheimer Sozialpädagogen Benjamin Grünbichler im Video-Interview zugeschaltet. Er riet: „Es ist wichtig, dass die Kinder bei solchen erschreckenden Nachrichten, Bildern und Videos immer sofort die Eltern informieren.“ Was für die Erwachsenen offensichtlich Humbug oder ein schlechter Scherz sei, könne bei Jugendlichen zu Alpträumen oder Verhaltensauffälligkeiten führen, erklärte der Experte. Viele Kinder hätten aber Angst, den Eltern solche Kettenbriefe mitzuteilen, weil sie befürchten, die Erwachsenen könnten ihnen das Smartphone wegnehmen oder den Konsum einschränken. 

Aber was sollen Eltern tun, um den Kindern die Angst vor Phänomenen wie „Momo“ zu nehmen, wollte Eva Grünbauer vom Sozialpädagogen wissen. „Der erste Schritt wäre, die Kinder abzuchecken“, erklärte Benjamin Grünbichler. Die Eltern sollten in Erfahrung bringen: „Ist mein Kind auch reif für das Smartphone?

Die Kinder kriegen ja immer früher Zugang zu Smartphones. Selbst wenn Du ein vernünftiges Kind hast: Das Kind hat damit automatisch auch Zugriff zu Inhalten, die von Freunden geschickt werden. Wir haben das immer wieder, dass Kinder Porno-Video bekommen oder jetzt ‚Momo‘-Videos.“ Eltern sollten mit ihren Kindern schon vor dem Smartphone-Konsum über solche belastenden Inhalte sprechen.    

Außerdem ist hier Vorsicht geboten: WhatsApp löscht Fotos und Videos der Nutzer - das müssen Sie wissen

Experte erklärt: Solche Menschen stecken hinter dem WhatsApp-Horror „Momo“

Was für Menschen seien das eigentlich, die hinter Phänomenen wie dem WhatsApp-Horror „Momo“ stecken, wollte Eva Grünbauer wissen. Und wie kommen sie an die Handy-Nummern?  „Die Motive sind sehr unterschiedlich“, erklärte der Sozialpädagoge. „Vom klassischen ‚Prank‘: man will Leute schockieren, in Angst versetzen und schauen, wie sich so ein System weiterbewegt. Ich schätze, das ist die Hauptmotivation der meisten. Zu kucken: Was passiert? Leute erschrecken. Das sind vielleicht Leute, die wirklich kranke Absichten haben.“ Die Motive der Initiatoren solcher Phänomene seien bunt gemischt.

Und wie kommt so eine „Momo“-Nachricht auf mein Handy? „Das Weiterleiten von diesen ‚Momo‘-Nachrichten basiert vor allem auf der Angst, dass viele das ernst nehmen, was da steht“, erklärte Benjamin Grünbichler. „Ich muss es an 15 Leute weiterleiten, sonst schläft  ‚Momo‘ heute Nacht bei mir. Und das ist die Motivation, das dann wieder weiterzuleiten. Wer dann dahintersteht, ist fast schon wurscht, weil sich diese Message exponentiell weiter verbreitet.“

„Es ist wirklich tragisch, was sich da heutzutage abspielt“, beendete Eva Grünbauer ihre Moderation zum „Momo“-Kettenbrief bei WhatsApp. „Aber man muss wirklich dranbleiben und mit den Kindern das Smartphone nutzen.“

WhatsApp-Horror „Momo“: Kettenbriefe und angebliche Kontaktaufnahme

Das WhatsApp-Profil von „Momo“ soll aber nicht nur Kettenbriefe verschicken. Der Account mit dem Horror-Profilbild soll plötzlich in den WhatsApp-Kontaktlisten vieler Menschen auftauchen. 

Wie zahlreiche Youtube-Videos belegen wollen, soll „Momo“ auch Nachrichten, Bilder und Videos verschicken, wenn man mit dem WhatsApp-Profil in Kontakt tritt. Und: „Momo“ soll sogar schon WhatsApp-Nutzer angerufen haben.

Bislang ist aber noch nicht klar, ob diese Videos echt oder ein Fake sind. Youtube-Experten mutmaßen, dass die erschreckenden Szenen aufgrund der besseren Dramaturgie gestellt sind.

WhatsApp-Account „Momo“: Profilbild zeigt eine japanische Skulptur

So viel darf mittlerweile als gesichert gelten: Das Profilbild von "Momo" zeigt eine skurrile Skulptur, die es wirklich gibt. Laut der Seite Knowyourmeme, die Fakes im Netz aufdeckt, wurde die Figur von der japanischen Special-Effects-Firma Link Factory erstellt. Wie Instagram-User dokumentieren, war die Skulptur auch in einer japanischen Kunstausstellung in der „Vanilla Gallery“ in Tokio zu sehen. Moderne Kunst halt. Die sieht zuweilen sonderbar aus.

In Südamerika scheint das „Momo“-Phänomen eine morbide Wende genommen zu haben: In Mexiko warnt die Polizei vor einem „Momo“-Spiel bei WhatsApp in dem Kinder und Jugendliche möglicherweise zum Selbstmord aufgefordert werden.

Laut Extratipp.com* hat mittlerweile auch die Polizei in Frankfurt den WhatsApp-Horror „Momo“ auf dem Schirm.

fro

Extratipp.com* ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionetzwerkes.

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