Mondmission zu Weihnachten: Europa ist auf dem Weg zum Titan

- Das Jahr 2004 war - astronomisch gesehen - eines der ehrgeizigsten und aufregendsten Jahre der modernen Forschung und es beeinflusst auch das nächste Jahr. Mehrere Missionen von der Erde kreisen um unseren Nachbarplaneten Mars und um den Saturn. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu neuen bemannten Raumfahrtabenteuern?

<P>Mit dem europäischen "Mars-Express", der auf einem Orbiter um den Roten Planeten kreist, haben Europas Weltraumforscher einen echten Coup gelandet. Den Verlust der Sonde Beagle 2, die auf dem Mars zwar aufschlug, aber seit Januar verschollen ist, lassen immer neue und schärfere Bilder des Planeten vergessen, die mit der hochauflösenden deutschen Stereokamera HRSC von extrem tiefen Tälern und extrem steilen Gebirgen auf dem Planeten berichten. Eine 3D-Karte entsteht von unserem Nachbarn. Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene Kamera hat auch besonders scharfe Aufnahmen des kleinen Marsmondes Phobos aus 200 Kilometer Entfernung gemacht. Er ist kein kugelförmiger Trabant, sondern eher so eine Art Asteroid. <BR><BR>Wie man inzwischen herausfand, dreht der kleine Marsmond sich auf einer schneller werdenden Spirale in Richtung Mars, auf den er vielleicht einmal stürzen wird. Doch bis dahin vergehen nach Meinung der Experten noch etwa 50 Millionen Jahre.<BR><BR>Das Mars-Gefährt Spirit der NASA, das seit Januar mit seinem Rover-Zwilling Opportunity auf dem Planeten herumklettert, hat übrigens neue Hinweise auf einstiges Wasser gefunden: In einem Felsen entdeckte er das Mineral Goethit (Nadeleisenerz). Dieses Hydroxid-Mineral bildet sich nach Angaben des Mainzer Forschers Göstar Klingelhöfer, Leiter der mineralogischen Analysen der Rover, nur in Zusammenwirkung mit Wasser.</P><P>Das Jahr 2004 ist aber auch das Jahr des Saturn: Juli war das europäisch-amerikanische Sondengespann "Cassini-Huygens" nach fast siebenjährigem Flug am Planeten der Ringe angekommen. Seitdem haben wir viele aufregende Bilder des gasförmigen Saturn, seiner Ringe und seines größten Mondes, des Titan, zu sehen bekommen.<BR>Die Saturn-Mission hatte auf rund 3,5 Milliarden Kilometer langen Reise auch so genannte Swing-by-Manöver absolviert, zwei nahe an der Venus und je eines an Erde und Jupiter. Die Mission wird den Saturn und seine Monde weiter erkunden. <BR><BR>Wir aber drücken den Forschern für den 14. Januar 2005 besonders die Daumen: Dann soll Huygens in die dichten Gaswolken des Titan eintauchen. Am 25. Dezember wird sich die Sonde vom Mutterschiff trennen und zum Titan steuern. Von dem erhoffen sich viele Forscher spektakuläre Bilder und Daten von der Oberfläche, die vielleicht Spuren von beginnendem Leben melden. Denn Titan könnte auf seiner Oberfläche der frühen Erde ähneln.</P><P>Falschfarbenbild vom Titan. Der Saturnmond hat eine sehr dichte Atmosphäre von etwa 200 Kilometer Dicke. Sie besteht vor allem aus Methan. Die europäische Sonde soll hier nach dem Ursprung des Lebens fahnden. Denn der Mond ähnelt der frühen Erde.<BR><BR>Europas Doppel-Mission Cassini-Huygens traf 2004 am Saturn ein. Zu Weihnachten wird sich die Sonde Huygens abtrennen und den Titan ansteuern.<BR><BR></P>

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