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Die Auswahl ist gigantisch. Wer einen neuen Monitor braucht, sollte sich vor dem Kauf genau überlegen, welche Anforderungen er an das Gerät stellt. Foto: Caroline Seidel

Monitor ist nicht gleich Monitor: Tipps zum Displaykauf

München/Berlin (dpa/tmn) - 4:3 war gestern: Der Trend bei Computermonitoren geht hin zu großen Displays in den Formaten 16:9 oder 16:10. Bei der Kaufentscheidung zählt aber nicht allein die Größe.

Wie bei Flat-TVs haben Verbraucher auch bei PC-Monitoren die Qual der Wahl. "Heutige TFT-Monitore verbrauchen weniger Strom, sind sehr farbintensiv und liefern auch mit Bildschirmgrößen bis 32 Zoll sehr scharfe und klare Bilder", sagt Manuel Fischer vom IT-Verband Bitkom. Technisch gibt es aber Unterschiede. Vor dem Kauf lohnt ein Vergleich.

LCD-Display ist nicht gleich LCD-Display. Die verbauten Panels unterscheiden sich: Meist wird hier TN-, VA- oder IPS/PLS-Technik verbaut. Einsteigermodelle haben meist TN-Panels mit an Bord. "Diese sind günstig in der Herstellung und bieten schnelle Reaktionszeiten", erklärt Matthias Rößler von der Zeitschrift "Chip". "Dafür sind sie aber nicht ganz so farbecht."

Einen weiteren Negativpunkt der TN-Technik nennt Stefan Porteck von der Zeitschrift "c't": "Zu den größten Nachteilen zählt die vergleichsweise große Blickwinkelabhängigkeit." Bei seitlicher Sicht aufs Display verblassten die Farben, und von unten betrachtet sehe das Bild ziemlich düster aus. "Für Bildbearbeitung, Publishing oder ähnliches eignen sich solche Schirme somit nicht."

Ein besseres Bild bieten die etwas teuereren Monitore mit IPS- oder der nahezu identischen PLS-Technologie. "Diese bieten bessere Blickwinkel und stellen Farben natürlich dar", sagt Rößler.

Doch IPS/PLS ist längst nicht mehr nur teuren Profigeräten vorbehalten. "In der jüngeren Vergangenheit hat die Technik einen merklichen Preisrutsch erfahren", sagt Stefan Porteck. "Ich würde qualitätsorientierten Nutzern deshalb meist zum IPS-Monitor raten. Da IPS-Panels beim Bildwechsel etwas langsamer sind, eignen sie sich aber meist nicht für schnelle Spiele.

Die VA-Technik, deren Blickwinkeltreue auf einem IPS-vergleichbarem Niveau liegt, wird den Experten zufolge nicht mehr allzu häufig verbaut. Da VA-Panels ein sehr sattes Schwarz anzeigen können, erreichen sie meist einen statischen In-Bild-Kontrast von mehr als 2000:1, erklärt Porteck. Wegen ihrer flotten Schaltung waren VA-Panels lange in besseren Gaming-Monitoren zu finden. "Preislich stehen sie etwa auf der gleichen Stufe wie Mittelklasse-IPS-Geräte."

Wie bei Fernsehern geht der Trend auch bei Monitoren hin zu größeren Displays. Ein typischer Office-Monitor misst inzwischen 22 bis 24 Zoll. "Alles unter 22 Zoll können wir eigentlich nicht mehr empfehlen", Matthias Rößler. "Der Trend geht zu 24 Zoll, da man ab dieser Größe zwei DIN-A4-Seiten nebeneinander darstellen kann." Das 4:3-Format sei praktisch ausgestorben."

"Seit dem Wechsel vom Format 16:10 auf 16:9 würde ich den meisten Nutzern einen 24-Zöller empfehlen", sagt Stefan Porteck. Denn auf kleineren Geräten mit Full-HD-Auflösung falle Schrift sonst recht klein aus. Ab 27 Zoll empfiehlt der Experte eine Auflösung von 2560 mal 1440 Pixeln, weil Full-HD bei dieser Größe mit pixeliger Darstellung negativ auffallen könnte. Letztlich sei das aber auch abhängig vom persönlichen Geschmack - und davon, wie gut die eigenen Augen sind. Große Diagonalen eigneten sich vor allem für Filmliebhaber, Spieler und alle, die Fotos oder Filme bearbeiten.

Gerade mit Blick auf Büroarbeiten tut man auch gut daran, ergonomische Gesichtspunkte beim Monitorkauf zu berücksichtigen. "Ein Display sollte in der Höhe verstellbar sein und sich auch neigen lassen", rät Matthias Rößler. "Im Idealfall verfügt das neue Display auch über eine Pivot-Funktion, mit der es um 90 Grad gedreht werden kann." Das ist etwa bei der Durchsicht langer Tabellen hilfreich.

Auch die Anschlüsse sollten bei der Kaufentscheidung Berücksichtigung finden. "Um den Monitor beispielsweise an ein Notebook anschließen zu können, sollte er zumindest über einen VGA-Anschluss verfügen", rät Manuel Fischer vom IT-Branchenverband Bitkom. Aber eigentlich sind digitale Schnittstellen wie DVI und HDMI längst Standard. Letztere ist besonders praktisch, weil sie auch Ton überträgt. Features wie USB-Hubs sind Fischer zufolge dagegen zwar praktisch, aber letztlich kein entscheidendes Kaufkriterium.

Von den manchmal in Monitoren integrierten Lautsprechern sollte man sich grundsätzlich nicht zu viel versprechen, sagt Stefan Porteck: "Deren Ton ist meist so dünn und mickrig, dass es für YouTube-Clips wohl reicht, aber garantiert stört, wenn man sich am Monitor einen ganzen Film anschauen will."

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