München war sein Lebenstraum

- Wenn dem Erlanger Schlossermeister Johann Wolfgang Ohm am 16. März 1789 ein Gratulant prophezeit hätte, sein neugeborener Sohn Georg Simon werde einmal zur wissenschaftlichen Berühmtheit werden, hätte der Handwerker wohl nur den Kopf geschüttelt.

<P>Inzwischen gilt der Sohn eines einfachen Mannes als einer der Urväter der modernen Elektrotechnik, der aber jahrzehntelang einem ganz anderen Traum hinterherjagte: Der Professur an der Universität München. Erst zwei Jahre vor seinem Tod am 6. Juli 1854 hat Georg Simon Ohm dieses Ziel erreicht. Seinen Weltruhm begründete der Physiker mit der Entdeckung des nach ihm benannten "Ohmschen Gesetzes" des elektrischen Widerstands. In seiner wichtigsten Schrift, einen 1826 erschienenen Artikel mit dem Namen "Die galvanische Kette mathematisch bearbeitet", hat Ohm damit die Proportionalität zwischen Strom und Spannung in einem elektrischen Leiter aufgezeigt.</P><P>Aufsehen in Industrie und Wissenschaft </P><P>Und sorgte so für Aufsehen in Wissenschaft und Industrie: In den Folgejahren erhielt Ohm eine Vielzahl von Preisen und Ehrungen. Viele neue Industriezweige, wie etwa die Messtechnik, nutzten seine Entdeckungen in der Praxis. Nur Ohms sehnlichster Wunsch erfüllte sich nicht: Selbst auf mehrere Bittgesuche hin ernannte König Ludwig I. von Bayern ihn nicht zum Universitäts-Professor in München. Nur eine Stelle an der Polytechnischen Fakultät in Nürnberg sprang für Ohm im Jahr 1833 heraus. Erst als der Physiker als bis dato zweiter Deutscher die höchste Ehrung der Royal Society in London erhielt und wenig später Mitglied der Königlichen Akademien von Berlin und Turin wurde, sah sich Bayern zum Handeln genötigt. Max II. ernannte Ohm 1845 zum Mitglied der Münchner Akademie, 1849 zum 2. Konservator der Mathematisch-Physikalischen Staatssammlungen. </P><P>Doch erst sieben Jahre später, am 1. Oktober 1852, war der Handwerkersohn aus ärmlichen Verhältnissen wirklich am Ziel: Er wurde ordentlicher Professor an der Münchner Universität und Leiter ihres Physikalischen Kabinetts. Doch diese Berufung kam spät. Nur anderthalb Jahre später starb Ohm in der Landeshauptstadt an den Folgen eines Schlaganfalls. Letzte Ruhe fand er auf dem Südfriedhof im Glockenbachviertel. Das Denkmal des genialen Physikers steht auf dem Gelände der Technischen Universität an der Theresienstraße. </P><P>Ehre, wem Ehre gebührt </P><P>Die Technische Universität (TU) München feiert Georg Simon Ohm gebührend. Zum 150. Todestag des ehemaligen Professors veranstaltet die Hochschule am morgigen Mittwoch, 7. Juli, ein Festkolloquium mit zwei Vorträgen und Empfang. Der Tübinger Professor Michael Heidelberger spricht über die Entwicklung der Physik seit Ohm. Prof. Dr. Klaus von Klitzing vom Max-Planck-Institut in Stuttgart referiert über den Ohmschen Widerstand und den Quanten-Hall-Effekt. Die Veranstaltung beginnt um 15.30 Uhr im Audimax der TU, Arcisstraße 21 (freier Eintritt). </P>

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