Münchner Hochschulen besonders erfindungsreich

- Bayerns Hochschulen melden immer mehr Patente an. Mehr als 1100 Erfindungen haben sie laut Wissenschaftsministerium seit dem Start der Initiative "Bayern Patent" vor fünf Jahren an das Zentrale Patentbüro gemeldet. Dies habe bisher zu rund 300 Erstpatentanmeldungen geführt.

Als wahre Schwergewichte erwiesen sich die Hochschulen in München. In den vergangenen zwei Jahren kamen vor allem von Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und TU München, aber auch der Fachhochschule, rund 300 Erfindungsmeldungen.

"Bayern Patent" wurde im Juli 2000 gegründet, um den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse von den Hochschulen in die Wirtschaft zu fördern.

"Das Potenzial von Erfindungen haben die Hochschulen lange nicht genutzt", sagt Wolfgang Knappe von der Fraunhofer-Patentstelle, die von den Hochschulen gemeldete Erfindungen prüft. "Eine wirtschaftliche Denkweise ist im Hochschulumfeld leider meist wenig ausgeprägt", nennt Knappe einen Grund für die Zurückhaltung bei Patentanmeldungen. Außerdem habe es vor dem Start der Initiative an der notwendigen Infrastruktur gefehlt.

Mit der Patentinitiative wurden dann bayernweit acht Erfinderberater eingesetzt, als Ansprechpartner für Professoren und Nachwuchswissenschaftler direkt an den Hochschulen. So haben zum Beispiel die beiden Münchner Unis je einen Berater, die Beraterin der Fachhochschule betreut noch drei weitere FHs.

Ihre Aufgabe sei es zunächst, viele "Formalien" zu klären, wie Knappe betont. So müsse geprüft werden, ob eine Erfindung im Rahmen eines EU-geförderten Projekts entstanden sei. "Die Verträge über ein solches Projekt regeln meist genau die Rechte an Erfindungen", so Knappe.

Halten die Berater eine Erfindung für patentwürdig, melden sie diese der Patentstelle. "Wir prüfen dann, ob die Erfindung in absehbarer Zeit auch auf dem Markt eine Chance haben könnte", so Knappe.

Nach einer positiven Evaluierung werde der Hochschule die Patentierung empfohlen. Das sei bei etwas mehr als einem Viertel der gemeldeten Erfindungen der Fall.

Langfristig soll die Initiative ein "Patentbewusstsein" an den Hochschulen schaffen, so Knappe. "Erste Erfolge sind schon zu erkennen", meint Andrea Friedrich, Erfinderberaterin an der LMU.

Bis sich deutsche Hochschulen aber mit hauseigenen Erfindungen eine ähnlich goldene Nase verdienen wie amerikanische Elite-Unis, werde noch einige Zeit vergehen. "Das ist ein langsamer Lernprozess", betont die Mikrobiologin.

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