Mundschutz und Isolier-Räume

- München - Nachdem die Schweizer Regierung Aussteller aus von der Lungenseuche SARS betroffenen asiatischen Gebieten von der "Weltmesse Uhren und Schmuck" ausgeladen hat, herrscht in Basel gereizte Stimmung. Die Aussteller seien wütend und enttäuscht, sagt Messe-Sprecher Bernard Keller. Ein Vorgeschmack für Deutschland?

Auch hierzulande laufen Maßnahmen, um Ansteckungen bei Menschenansammlungen vorzubeugen, wie sie auf Messen nicht zu vermeiden sind. Aufmerksam verfolgen deutsche Veranstalter Meldungen über SARS-Fälle, die Reaktionen des Auswärtigen Amtes in Berlin und der Weltgesundheitsorganisation. <BR><BR>In München gibt man sich entspannt, gleichzeitig aber für alle Eventualitäten gerüstet. Pressesprecher Ullrich Esser verfolgt die Nachrichten. Besondere SARS-Maßnahmen gebe es derzeit noch nicht. Als nächstes finden auf dem Messegelände die "Semicon Europa 2003", "Jagen und Fischen" und "Transport Logistig 2003" statt.<BR><BR>Zur "European Coating Show" in Nürnberg werden Aussteller und Besucher aus dem asiatischen Raum erwartet. "Im Gegensatz zur Schweiz freuen wir uns auf diese Gäste. Wir wollen eine Panikmache in Sachen SARS verhindern, aber gleichzeitig für den Notfall gerüstet sein", erklärt Peter Ottmann, Pressesprecher der Nürnberg Messe GmbH. Er erwartet insgesamt 30 Aussteller unter anderem aus den chinesischen Städten Shanghai und Wenzhou sowie aus der japanischen Stadt Tokio. Neben der vorhandenen Sanitätsstation sind zunächst keine Vorsichtsmaßnahmen geplant. "Das kann sich täglich ändern," schränkt Ottmann ein.<BR><BR>Für die "Techtextil" in Frankfurt berichtet Pressesprecherin Sabine Wörl von etlichen SARS-Vosichtsmaßnahmen: "Wir haben einen Quarantäne-Raum für den Notfall vorbereitet. Dort isolieren wir Verdachtsfälle bis zum Transport in eine Klinik." Geschulte Ärzte seien vor Ort, die Sanitätsstation werde personell aufgestockt. Wer möchte, erhalte einen Mundschutz.<BR><BR>Hannover ist bereits für den Ernstfall gerüstet. In der Sanitätsstation der Deutschen Messe AG sind SARS geschulte Ärzte und Sanitäter. "Es haben bereits Gespräche mit dem Krankenhaus Hannover stattgefunden. Bei Verdacht ist der schnelle Transport in die Klinik mit Schutz-Kleidung für das Personal gesichert", sagt Pressesprecher Detlev Rossa. <BR><BR>Auch die Berufsfeuerwehr Hannover sei informiert und abrufbar. Mundschutzmasken, wie in Asien verbreitet, sollen indes nicht verteilt werden. "Aber ich rechne damit, dass sich Besucher welche mitbringen", sagt Rossa. <BR>Für die Veranstaltungen der Firma Hamburger Messe und Congress spielt SARS kaum eine Rolle. Die internationale Fachmesse "Internorga" sei gerade vorbei und zur "Dach und Wand" würden weder Gäste aus Kanada noch aus China erwartet. <BR><BR>Auch am Messedamm in Berlin ist die Lage ruhig. "Bei uns gibt es keine SARS-bedingten Maßnahmen", so Pressesprecher Michael Hofer. Erst auf Anweisung der Landesregierung von Berlin würden Vorkehrungen getroffen werden. <BR><BR>Vorbereitet ist auch der Kölnmesse Service. Die Hygiene-Standards wurden dort verschärft. <BR>Allgemein haben die Organisatoren die Sorge, dass weniger Besucher kommen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte, dass es auch in Deutschland auch Aussteller-Ausladungen wie in der Schweiz geben könnte. Falls eine nennenswerte Zahl von asiatischen Ausstellern käme. Anweisungsberechtigt sind hierfür laut Schmidt die Bundesländer. 

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