Spotify entwickelt sich zu einem Medienkanal. Nutzer können sich künftig auch Videos über den Dienst ansehen. Foto: Spotify

Musik-Dienst Spotify zeigt künftig auch Videos

Der Musik-Dienst Spotify zeigt künftig auch Videos. Er wird damit stärker zu einem allgemeinen Medien-Kanal. Dabei geht es entgegen Erwartungen aber eher um kurze TV-Clips denn Musik-Videos.

New York (dpa) - Kurz vor dem Eintritt von Apple ins Geschäft mit Musik-Streaming baut der bisherige Marktführer Spotify sein Profil mit Video-Inhalten aus. Die Firma stellte dafür Kooperationen mit zahlreichen etablierten Inhalte-Produzenten wie die Sender NBC, ABC, Comedy Central vor.

In Deutschland ist das unter anderem für seine YouTube-Kanäle bekannte Netzwerk Mediakraft dabei. Ein Teil der Videos soll extra für Spotify gedreht werden.

Der Musik-Dienst wird damit stärker zu einem allgemeinen Medien-Kanal. Der Schritt war nach Medienberichten Anfang des Monats bereits erwartet worden, allerdings ging man eher von Musik-Clips aus. Neben Videos werden auch Podcasts integriert - in Deutschland unter anderem vom Deutschlandradio und dem Bayerischen Rundfunk.

Zudem will Spotify den Service durch den Einsatz von Technologie verbessern. So soll zum Beispiel beim Joggen die Musikauswahl vom Rhythmus her an das aktuelle Tempo angepasst werden. Dafür greift die Spotify-App auf die Smartphone-Sensoren zu. Mehr noch, Spotify ließ sechs Songs schreiben, deren Struktur und Harmonien Jogger unterstützen sollen.

Als weitere Neuerung soll die Musik, die einem Nutzer von Spotify angeboten wird, stärker an seinen Geschmack angepasst werden. So werde sich Spotify die Auswahl der Kunden im Tagesverlauf merken. Ergänzend gibt es mehr Playlisten für bestimmte Situationen, wie etwa für den Morgen oder zum Mitsingen in der Dusche.

Auch andere Musik-Dienste verfolgen bereits ein ähnliches Konzept. Den Kunden aus einem Katalog von Millionen Songs die richtige Musik zur richtigen Zeit anzubieten, gilt als Schlüssel für den Erfolg mit den neuen Services.

Spotify ist ein sogenannter Streaming-Dienst, bei dem Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird, und gilt als Marktführer in dem Geschäft. Zum Jahreswechsel hatte Spotify rund 60 Millionen Nutzer, rund jeder Vierte davon war zahlender Abo-Kunde. In der Gratis-Version bekommt man Werbung angezeigt - und die Zahl der Songs, die man dabei direkt auswählen kann, ist beschränkt. Nach jüngsten Angaben bringen die Abos 91 Prozent der Spotify-Erlöse ein. Laut Informationen aus der Branche macht die Musikindustrie massiven Druck, die werbefinanzierte Gratis-Nutzung zu kappen.

Apple steht vor dem Einstieg ins Streaming-Geschäft: Der iPhone-Konzern dürfte voraussichtlich Anfang Juni auf der Entwicklerkonferenz WWDC den internationalen Start seines Musikdienstes Beats ankündigen.

Spotify-Chef Daniel Ek aber sieht sich in einer Position der Stärke. Auf Spotify entfalle rund die Hälfte der Umsätze im Streaming-Geschäft. Der Dienst setzt auch auf Partnerschaften, um seine Marktposition zu festigen. So wird Spotify die Kaffeehauskette Starbucks mit Musik versorgen, ab Sommer soll es zudem eine Kooperation mit dem Sportartikel-Hersteller Nike geben.

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