Musik hemmt die Konzentration

- Welcher Schüler hört nicht gerne Musik, wenn er seine Hausaufgaben erledigt? Das Problem dabei ist nur, dass Hintergrundgeräusche wie Sprache und Musik die Konzentration beeinträchtigen. Was Eltern schon immer wußten, liegt jetzt auch wissenschaftlich bestätigt vor.

Denn die Arbeitsgruppe des Lärmforschers und Psychoakustikers Professor August Schick von der Universität Oldenburg fand heraus, dass menschliche Stimmen oder kurze, voneinander abgesetzte Töne, egal welcher Musikrichtung, die Gedächtnisleistung stören. Das Hauptuntersuchungsobjekt der Akustiker waren Klassenräume. Man stellte fest, dass es dort zu sehr hallt, was die Hintergrundgeräusche extrem verstärkt.

"In Räumen, die keine Teppiche und Vorhänge haben, keine Filzunterlagen an Tischen und Stühlen bleiben Geräusche lange im raum", erklärt Schick. "Das Klassenzimmer hallt dann geradezu von Husten, Flüstern oder Papierrascheln. Dies zwingt den Lehrer, mit erhobener Stimme zu sprechen, was für die Beteiligten unangenehm und anstrengend ist".

Während der Unterrichtsstunden in Grundschulen wurden Geräuschpegel zwischen 70 und 77 Dezibel gemessen. Im Vergleich dazu sieht die Arbeitsstättenverordnung bei Arbeitsplätzen mit vorwiegend geistiger Tätigkeit 55 Dezibel als Grenzwert vor.

Je weiter der Abstand zwischen Schüler und Lehrer ist, desto größer werden die Verständigungsprobleme. Vielen Schülern ist aber nicht bewusst, dass sie nicht optimal hören. Schon ein einfacher Hörtest beim Ohrenarzt kann Klarheit verschaffen.

Kürzlich zeigte eine Studie in den USA, dass bereits ein geringer Hörverlust folgenschwer sein kann. Jeder dritte Schüler, der nicht optimal hört, schafft sein Jahrgangspensum nicht. Jeder zehnte der 1228 getesteten amerikanischen Schüler hatte leichte Hörprobleme.

Bei der Erledigung der Hausaufgaben ist es nach den Erkenntnissen der Forscher auf Dauer nicht möglich, sich an ein bestimmtes, regelmäßiges Hintergrundgeräusch so zu gewöhnen, dass es nicht stört. Dass die Hintergrundmusik verantwortlich für ihre deutlich schlechteren Konzentrationsleistungen war, bemerkten selbst erwachsene Testpersonen kaum.

Thorsten Naeser

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