Musizieren mit vollem Herz

- In unserer Serie stellen wir die akademischen Orchester und Chöre Münchens vor. Sie geben Studierenden und Studierten die Möglichkeit, sich neben Studium oder Arbeitsleben mit Musik zu beschäftigen und Konzerte vor Publikum zu geben. In der vierten Folge beleuchten wir das musikalische Leben des ABACO-Orchesters.

<P>"Die Spieler in unserem Orchester kommen aus allen Studienbereichen. Überwiegend aus Jura, Medizin und Physik", meint Markus Poschner, Dirigent des Studentenorchesters der LMU. "Wir haben aber auch einen harten Kern von im Beruf stehenden Rechtsanwälten, Physikern oder Mathematikern, die sich nach dem Studium nicht vom Orchester lösen konnten und immer noch bei uns spielen."</P><P>"Als offizielles Studentenorchester nehmen wir nur Studenten auf", erklärt Poschner. "Auch ich bin als Student zum ABACO-Orchester gekommen."</P><P>Im Moment besteht die Besetzung des im Jahre 1988 gegründeten Orchesters aus rund 80 Personen. Namensgebend war der italienische Komponist, Dall'Abaco, der in München als Kurfürstlicher Konzertmeisters arbeitete. "Mit einer so großen Besetzung müssen wir uns beim Repertoire nicht beschränken und können die ganze Bandbreite bedienen", sagt Poschner. "Auch wenn wir in den letzten Jahren mit Unterbesetzungen keine Probleme hatten, sind Blechbläser immer schwerer zu finden und werden immer gesucht." Das liege an der Rolle der Blechbläser in den Stücken, meint Poschner.</P><P>"Die Bläser haben meistens nur sehr wenig zu tun. Es ist immer sehr schwierig, solche Leute an sich zu binden." Auch Violinen werden immer gebraucht. "Die oft sehr jungen Geiger verlassen nach bestandenem Examen oft die Universität und dann auch das Orchester. Von der Masse her braucht man von ihnen aber am meisten. Für ein Symphonieorchester sind um die 20 Geigen wünschenswert", sagt Poschner.</P><P>"Zu Beginn des Semesters haben wir Vorspiele, für die sich jeder bewerben kann", erklärt Poschner. "Die Interessenten müssen dann etwa fünf Minuten einige Sachen ihrer Wahl zum Besten geben, damit wir einen Eindruck über Niveau und Einsatzmöglichkeiten bekommen."<BR>Bei der Programmauswahl achtet der Dirigent vor allem auf Kontraste. "Wir kombinieren bekannte Publikumsmagnete wie Johannes Brahms 4. Sinfonie mit weniger bekannten und normalerweise seltener gespielten Stücken wie Anton von Webern Opus 6. Inhaltlich oder thematisch müssen beide Werke aber in Verbindung stehen", meint Poschner. "Natürlich muss man immer berücksichtigen, dass man sich in der Auswahl der Stücke nicht übernimmt. Wir sind zwar ein Laienorchester, aber jeder ist mit vollem Herz und Enthusiasmus dabei."</P><P>Die Freundschaft der Spieler untereinander hält das Orchester zusammen, meint Poschner. "Nach den Proben gehen wir immer geschlossen in eine Kneipe und feiern dort zusammen. Das ist mindestens genauso wichtig wie die Proben selber."</P><P>"Für die Zukunft planen wir, auch mal mit einem Chor zusammenzuarbeiten vor allem mal mit dem Unichor", sagt Poschner. "Wir hatten aber auch mal einen Austausch mit einem Holländischen Uniorchester aus Amsterdam, die auch schon hier in München waren. Wir fahren wahrscheinlich kommendes Jahr zu ihnen."</P><P>Der einzige wunde Punkt seien die Finanzen, meint Poschner. "Manchmal klappt es, dass uns Unternehmen bei denen Mitglieder aus dem Orchester arbeiten, Plakate oder Programmhefte sponsern. Auf Universitätsunterstützung warten wir da vergeblich", bedauert Poschner.<BR></P>

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