Mysteriöse Schatzsuche

Irre Aktion auf Twitter: Unbekannter verschenkt Geld

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San Francisco - Überall in San Francisco versteckt ein geheimnisvoller Unbekannter Geldbündel und gibt auf Twitter Tipps, wo sie zu finden sind. Die gute Tat mit Spaßfaktor hat einen ernsten Hintergrund.

Mit breitem Lächeln halten sie Geldbündel in die Kamera. Immer mehr Einwohner von San Francisco bedanken sich auf diese Weise für den Dollarsegen, den ihnen ein anonymer Wohltäter bescherte. Die Fotos auf Twitter gehören zu den Spielregeln, die der Unbekannte für seine ganz besondere Schnitzeljagd aufgestellt hat.

Seit drei Tagen hinterlässt er kleine Bündel mit 20-Dollar-Scheinen oder mehrere 100-Dollar-Noten in einem Umschlag an allen möglichen Orten der Stadt. Er versteckt sie an öffentlichen Plätzen, etwa in Blumentöpfen oder unter Spielplatz-Bänken, manchmal klebt er sie ganz einfach an eine Parkuhr oder an ein Denkmal. Auf dem eigens für die Hatz eingerichteten Twitter-Profil @hiddencash gibt er dann Hinweise, wo die Scheine zu finden sind: entweder mit einem Foto oder kleinen Rätseln, die es zu lösen gilt. Wer den eingetüteten Dollarsegen zuerst entdeckt, darf ihn behalten. Einzige Bedingung: Der Finder muss ein Selfie mit seiner Beute twittern.

"Soziales Experiment" mit Spaßfaktor

Das lassen sich die Bewohner der Millionen-Metropole natürlich nicht zweimal sagen. Knapp 16.000 warten mittlerweile gespannt auf die nächste Runde in der Schatzsuche auf dem Kurznachrichtendienst, die deren Erfinder als "soziales Experiment für den guten Zweck" bezeichnet. Dem Stadtblog "The bold italic" verriet der mysteriöse Wohltäter, dass er mit Immobilien zum mehrfachen Millionär wurde. Jetzt möchte er von seinem Reichtum etwas an Menschen abgeben, denen es nicht so gut geht. Dafür spendet er an verschiedene Hilfs-Organisationen, das Suchspiel veranstaltet er zusätzlich "weil es ein kreativer, lustiger Weg ist, das Geld unter die Leute zu bringen".

Die Jux-Jagd hat nämlich einen ernsten Hintergrund: In keiner anderen Stadt der USA ist die Kluft zwischen Arm und Reich so groß wie in San Francisco - und sie reißt weiter auf. "Viele meiner Freunde und Mitarbeiter können sich nicht einmal mehr ein bescheidenes Haus in der Gegend hier leisten", zitiert ihn das Online-Magazin. "Das hat mich zum Nachdenken gebracht."

Dollar-Schnitzeljagd bald auch in anderen Städten?

Ans Aufhören denkt der unbekannte Makler erst einmal nicht. Im Gegenteil: Er spielt mit dem Gedanken, sein Experiment auf andere Städte in der Bay Area auszuweiten. Mit seiner Schnitzeljagd wird er die sozialen Ungleichheiten zwar nicht beseitigen, aber für einige Menschen ist es doch wenigstens eine kleine Hilfe, bei der sie zusätzlich auch noch Spaß haben.

hn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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