Nach dem Mars zum Saturn: Spannende Suche nach Leben auf zwei Planeten

- Noch fiebern wir der ersten Landung einer europäischen Mars-Sonde an Heiligabend entgegen. Wenn sie glückt, geht die Suche nach Lebensspuren los. Ab Januar noch intensiver - dann treffen auch die Amerikaner und Japaner am Roten Planeten ein. Derweil bahnt sich ein zweites Planetenabenteuer an - so spektakulär wie die Marsexpedition: Nach zwei Vorbeiflügen an der Venus, einem Erd- und einem Jupitervorbeiflug ist die von der NASA und der ESA gemeinsam losgeschickte Raumsonde Cassini mit dem Titan-Erkunder Huygens an Bord auf der letzten Etappe zum Saturn.

<P>Cassini wird, wenn nichts dazwischen kommt, am 1. Juli 2004 in die Saturn-Umlaufbahn einschwenken. 19 Tage vor dem Einschuss in den Orbit soll die Sonde noch am Mond Phoebe in 2000 Kilometer Entfernung vorbeifliegen und Bilder zur Erde senden. Die Mission muss klappen, kommt Phoebe doch nur alle 550 Tage an "derselben Stelle" im Orbit vorbei. </P><P>Ende Oktober 2004 wird Cassini dann zum Titan fliegen, dem größten der bisher entdeckten 30 Saturnmonde, und ihn kartographieren. Auf Titan sind alle Forscher, die sich mit der Evolution des Lebens befassen, besonders gespannt: Die Huygens-Sonde wird dort ausgesetzt. Ihre Mission wird als eine Art Rückkehr zum Beginn des Lebens angesehen. Denn Titan, der je zur Hälfte aus Wassereis und Gestein besteht, ähnelt offenbar der jungen Erde, als dort das Leben begann.</P><P>Seine Oberfläche ist im sichtbaren Licht nicht erkennbar, so dick ist seine Atmosphäre. Diese besteht vor allem aus molekularem Stickstoff (wie bei der Erde), etwa sechs Prozent Argon und etwas Methan. Spuren von einem Dutzend anderer organischer Verbindungen (wie Ethan, Wasserstoffzyanid, Kohlendioxid) und Wasser konnten nach einem Vorbeiflug der Voyager-Sonden schon analysiert werden.</P><P>Am 27. November 2004 soll die Sonde Huygens in die wolkige Atmosphäre des Titan eindringen und auf seine Oberfläche sinken. Etwa drei Stunden wird der Orbiter Cassini die Sondendaten zur Erde senden. Ein Top-Event, das viele Fragen beantworten kann. Experten vermuten, dass die Titan-Oberfläche mit Seen aus Kohlenwasserstoffen bedeckt ist und darüber eine extrem dicke globale Smogschicht hängt. Im Spätherbst 2004 könnten wir's genauer wissen. </P><P>Astronomie-Daten</P><P>Saturn:<BR>Umlaufbahn<BR>1 429 400 000 km; Durchmesser am Äquator: 120 536 km; Monde: 18 benannt, 12 erst neu entdeckt; Die Monde "Atlas", "Prometheus" und "Pandora" halten die Position der extrem dünnen Ringe. Bekannt: sieben ganze, mehrere Teilringe.<BR>Titan:</P><P>Umlaufbahn<BR>1 221 830 km über Saturn; Durchmesser: 5150 km; Kein eigenes Magnetfeld; die Oberfläche hat möglicherweise Seen aus Kohlenwasserstoffen und zwei Wolkenschichten: in 200 und 300 km Höhe.</P><P>Foto vom Weltraumteleskop Hubble: Südhalbkugel des Saturn mit fünf Monden.<BR></P>

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