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Mit einer Netzwerkfestplatte kann man seine Daten in der eigenen Cloud speichern. 

Nicht mehr nur für Profis

Netzwerkfestplatten: Welche eignen sich für Zuhause?

Eine Netzwerkfestplatte ist eigentlich ein kleiner Server, der im Wesentlichen dazu da ist, Daten zu speichern. Was so einfach klingt, hat in der Praxis viele Fallstricke. Wir sagen Ihnen, auf was Sie achten müssen. 

Je digitaler unser Leben wird, desto mehr Speicherplatz brauchen wir für all unsere Fotos, Videos, unsere Musik- und Filmbibliothek und vieles mehr. Nicht alles davon muss immer auf der Festplatte des Laptops oder PC liegen – aber für die Daten auf den Computern müssen regelmäßig Sicherungskopien erstellt werden, denn wie heißt es so schön bei IT-Fachleuten: Die Frage ist nicht, ob eine Festplatte kaputt geht, sondern wann. 

Für Medienbibliotheken und Backups kann man ganz normale Festplatten benutzen, die man einfach über USB an den Rechner anschließt. Praktischer ist aber eine Festplatte im Heimnetz, auf die man von allen Geräten zugreifen kann, also eine NAS. Das Kürzel steht für "Network Attached Storage", was sich am besten als Netzwerkfestplatte übersetzen lässt. 

Die meisten NAS enthalten nicht nur eine sondern mehrere Festplatten. So hat man entweder mehr günstigen Speicherplatz zur Verfügung – oder man nutzt sie als sogenanntes RAID-System. Dabei werden die Daten je nach Konfiguration und Anzahl der Festplatten auf mehrere Festplatten gespeichert, so dass es zu keinem Datenverlust kommt, wenn eine Festplatte ihren Geist aufgibt. 

100 Prozent Sicherheit mit Offsite-Backups

Wer eine Netzwerkfestplatte ausschließlich für Backups von Laptops und Rechnern im Netzwerk benutzt, braucht allerdings nicht unbedingt zwei Kopien seiner Daten auf der Netzwerkfestplatte – schließlich liegen mit einem Backup ja bereits zwei Kopien der Daten vor, auf dem Laptop oder Rechner und auf der NAS. Dass beide Festplatten gleichzeitig kaputt gehen, ist extrem unwahrscheinlich, die Datensicherheit ist damit gewährt.

Anders sieht es aus, wenn man seine Medienbibliothek nur auf dem NAS speichert. Dann macht ein RAID-System mit mehreren Festplatten Sinn. Hundertprozentige Datensicherheit ist aber auch damit noch nicht gewährleistet, denn was, wenn die Wohnung abbrennt – oder ein Einbrecher alle Geräte klaut? Um solchen "Katastrophen" vorzubeugen, sollten wichtige digitale Daten daher immer noch an einem weiteren Ort aufbewahrt werden. 

Auch hier können Netzwerkfestplatten helfen: Viele unterstützen das Spiegeln der Daten zu einem Speicherdienst im Internet, was aber bei großen Datenmengen schnell kostspielig wird. Eine andere Möglichkeit ist es, die Daten mit einem zweiten NAS zu synchronisieren, das man im Büro oder bei Verwandten aufstellt. Ob dieser Aufwand gerechtfertigt ist, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Oft reicht es, wenn man nur die wirklich wichtigen Daten in die Cloud auslagert, sei es zu Dropbox, Google Drive oder Apples iCloud. Fotos und Videos, die man mit dem Handy schießt, werden inzwischen ohnehin meist über solche Dienste mit anderen Geräten synchronisiert und sind damit selbst im schlimmsten Fall sicher. 

Einfache Systeme für Einsteiger

Bei den meisten NAS kauft man in der Regel nur das Gehäuse und bestückt sie selbst mit Festplatten. Die Installation der Festplatten ist zwar einfach, viele schrecken aber trotzdem davor zurück. Daher gibt es inzwischen immer mehr Angebote, bei denen die Festplatten gleich mitgeliefert werden. 

So einfach, wie eine USB-Festplatte an den Rechner anzustecken, ist die Einrichtung einer Netzwerkfestplatte leider immer noch nicht. Denn im Prinzip ist ein NAS ein kleiner eigener Computer, der richtig ins Netzwerk eingebunden werden muss. Technisch weniger versierte Nutzer sind da schnell überfordert – und wenn man nicht aufpasst, kann es schnell passieren, dass sämtliche Daten für jedermann übers Internet zugänglich sind. 

Das Test-Portal AllesBeste hat sich Netzwerkfestplatten vor allem unter dem Aspekt angesehen, wie einfach sie auch für den IT-Laien zu installieren sind. Mit Abstand am besten schnitten unter diesem Gesichtspunkt die My Cloud Netzwerkfestplatten von WD ab. Sie kommen bereits mit fest installierten Festplatten, zur Einrichtung wird der Nutzer durch ein Installationsprogramm geführt und die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und liefert alle wichtigen Informationen. 

Testsieger wurde die My Cloud Mirror, die mit zwei Festplatten ausgerüstet ist und damit die einfachste RAID-Variante unterstützt, bei der die Daten eins zu eins auf beiden Platten gespiegelt werden. Es gibt sie in Größen von 4 bis 16 Terabyte ab knapp 300 Euro. Wer die Datenspiegelung nicht braucht, für den hat WD mit der My Cloud auch eine einfache NAS mit nur einer Festplatte im Angebot, mit der man bei der selben Speicherkapazität jeweils rund 100 Euro sparen kann. 

Mehr zum Thema Netzwerkfestplatten und welche Alternativen es für anspruchsvollere Nutzer gibt, können Sie bei AllesBeste nachlesen. 

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