NASA-Roboter erkunden mit deutscher Technik den Mars

- Washington - Mit dem hoch gereckten langen Hals, dem flachen Körper und den sechs Rädern erinnern die Mars-Rover an riesige Gottesanbeterinnen. Fast listig blicken dabei die Kameraaugen in die Ferne. An Pfingstsonntag (8. Juni) schickt die US-Raumfahrtbehörde das erste von zwei Roboterfahrzeugen auf die Reise zum Mars, am 25. Juni folgt dann das zweite. Die beiden Zwillings-Roboter sollen nach ihrer Landung im Januar den Roten Planeten mindestens drei Monate lang mit Hilfe deutscher Technik erkunden und dabei nach Wasser und Lebensspuren suchen.

<P>Für die NASA hängt vom Erfolg der Mission viel ab. Nach der Columbia-Katastrophe und Berichten über die seitdem bekannt gewordenen internen Problemen braucht die US-Raumfahrtbehörde dringend wieder einen Erfolg. Und so hofft sie, dass die beiden Mars-Roboter sicher auf dem Mars landen werden und dann ähnlich aufregende Fernsehaufnahmen von ihren Exkursionen liefern wie 1997 der Pathfinder-Rover Sojourner, dessen Abenteuer auf dem Roten Planeten Millionen Menschen am Bildschirm verfolgten.</P><P>Zwar ähneln die Rover dem Sojourner, doch sind sie gegenüber ihrem Vorgänger gewaltig gewachsen. Während der alte Rover mit seinen neun Kilogramm eher wie ein futuristisches Kinderspielzeug wirkte, sind die neuen Rover mit einem Gewicht von 180 Kilogramm und einer "Kopfhöhe" von 1,5 Metern richtige Kleinfahrzeuge.</P><P>Dramatisch vergrößert wurde auch der Aktionsradius. Schaffte der kleine Sojourner in den drei Monaten seines Marslebens gerade einmal eine Strecke von der Größe eines Fußballfeldes, so bewältigen die beiden Zwillings-Rover dieselbe Strecke an nur einem Tag. Sie können dabei eigenständig ihren Weg finden und größeren Felsen ausweichen.</P><P>Für ihre wissenschaftliche Forschung verfügen beide Rover über eine eingebaute kleine Geologenwerkstatt. Dazu gehören eine Art High-Tech-Hammer, um Gesteinsbrocken zu zertrümmern, sowie ein von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz entwickelter Mössbauer- Spektrometer (MIMOS II) und ein Röntgen-Spektrometer des Max-Planck- Instituts in Mainz. Das nur handteller-große "MIMOS II" kann mit Hilfe von Gamma-Strahlen Auskunft über die mineralogische Zusammensetzung des Gesteins geben.</P><P>Da die Rover mit einer Panoramakamera ausgestattet sind, können auch diesmal wieder Millionen Raumfahrtfans die Exkursionen im Fernsehen und im Internet verfolgen und beobachten, wie die Rover durch die rote Wüstenlandschaft navigieren. Ein Rover soll im Gusev- Krater südlich des Mars-Äquators und der andere in der Meridiani- Ebene landen. Die NASA hatte die beiden weit entfernten Orte ausgesucht, um möglichst verschiedene Marsgegenden zu erkunden.</P><P>Selbst NASA-Experten gestehen ein, dass der am Montag gestartete europäische "Mars-Express" größere Chancen hat, Lebensspuren zu finden. Schließlich verfügt die Landesonde "Beagle 2" über einen Bohrer, mit dem sie fast einen Meter tief im Boden nach Wasser und Lebensmolekülen suchen kann. Doch zugleich ist sich die NASA sicher, dass die abenteuerlichen Fahrten der Geländefahrzeuge durch die Marswüste die Fantasie von Millionen Menschen auf der Erde mehr beflügeln werden als der still vor sich hinbohrende europäische "Beagle 2".</P>

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