Neue Herausforderungen für Sozielpädagogen

- Unsere Gesellschaft erreicht einen immer höheren Altersdurchschnitt. Die Wissenschaft des Alterns gewinnt dadurch zunehmend an Bedeutung. Die Münchner Hochschulen reagieren auf die sich rasant verändernden sozialen Verhältnisse und unterstützen Forscher, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Der Fachbereich Sozialwissenschaften der Fachhochschule München (FH) hat jetzt eine neue Professur für Gerontologie (Alternsforschung) eingerichtet. Professor Stefan Pohlmann hat seine Arbeit bereits aufgenommen.

<P>"Die Chancen, ein hohes Alter zu erreichen und gesund zu bleiben, stehen heute sehr gut", sagt Pohlmann. <BR><BR>"Für die Sozialpädagogik-Studenten heißt das, dass sich für sie die Aufgaben z. B. in der Familienhilfe oder in der Altenbetreuung in naher Zukunft ändern und sie vor neue Herausforderungen stellen werden", ist sich Pohlmann sicher. <BR><BR>Hauptforschungsfeld von Stefan Pohlmann ist die so genannte Resilienz. <BR><BR>In der Psychologie wird damit die Stärke eines Menschen bezeichnet, Lebenskrisen wie schwere Krankheiten oder den Verlust von nahestehenden Menschen durchzustehen. "Wir müssen in unsere Gesellschaft diese Erfahrung, wie man solche Lebenskrisen übersteht, stärker mit einbauen", sagt Pohlmann. Diese Wissen haben ältere Menschen. Oft fehlt ihnen nur der Anstoß, sich einzubringen in die Gesellschaft.<BR><BR>"Wir haben Galionsfiguren wie der kürzlich verstorbene Peter Ustinov oder auch Roman Herzog, doch auch auf kommunaler Ebene gibt es schon viele Projekte, bei denen ältere Menschen die Jüngeren beraten", sagt Pohlmann. Zu einem noch größeren Engagement können die Sozialpädagogen die Senioren ermutigen, ist sich Pohlmann sicher. Diesen kompetenten Umgang mit älteren Menschen in der Gesellschaft will er den angehenden FH-Sozialpädagogen vermitteln. "In Deutschland haben ältere Menschen die höchste Lebenszufriedenheit", unterstreicht Pohlmann. "Davon können wir lernen. <BR><BR>Pohlmann will seinen Studenten ein "gerontologisches Profil" vermitteln, "das ihnen klare berufliche Vorteile verschafft."<BR><BR>Übersichtliche Technik für ältere Menschen</P><P>Auch an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hat man die Zeichen der Zeit erkannt. In Bad Tölz gibt es das "Generation Research Program" (GRP) unter der Leitung von Professor Ernst Pöppel, dem Vorstand des Instituts für Medizinische Psychologie. Es ist angegliedert an das Humanwissenschaftliche Zentrum der LMU. <BR><BR>"Unsere Forschung zielt darauf ab, moderne Technologie menschengemäß zu machen, das heißt intuitiv und anstrengungslos", sagt Pöppel. "Gerade ältere Menschen sind nicht länger bereit, mit zu kleinen Displays und Bedienelementen umzugehen. Sie wollen eine anwenderorientierte Technologie." <BR><BR>Zudem interessieren sich die Wissenschaftler für die medizinische Prävention. "Gesundheitsaufklärung ist bei uns ein zentrales Thema", erklärt Pöppel. <BR>Bei der Generation 50plus betrifft dies vor allem Depressionen, Krebs- und Kreislauferkrankungen. Die Bad Tölzer Wissenschaftler entwickeln präventive Maßnahmen, die auf Aufklärung, Ernährungsberatung oder aber auch auf die Gestaltung von Lebenssinn abzielen. <BR><BR>Für die Erkrankungen im hohem Alter, wie Arteriosklerose, Arthrose oder Osteoporose, entwickeln die Forscher Konzepte, wie man diese Krankheiten durch die Vermittlung einer gesunden Lebensführung hinauszögern kann. </P><P><BR> </P>

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