Neue Internet-Noten

- In den Zwist um die Internet-Benotung von Professoren an der Münchner Fachhochschule kommt Bewegung. FH-Studenten können über die Homepage meinprof.de inzwischen wieder Bewertungen für ihre Dozenten abgeben. Fraglich ist aber, wie lange noch: Ein Rechtsgutachten des Berliner Datenschutzbeauftragten könnte das gesamte Bewertungsportal kippen.

Wie berichtet, hatten rund 30 FH-Professoren mit Verweis auf ihre Persönlichkeitsrechte von den Betreibern des Portals verlangt, dass sie betreffende Einträge gelöscht werden. "Meinprof.de" hatte die FH daraufhin ganz aus der Wertung genommen. Studenten sahen dadurch ihr Recht auf Meinungsäußerung beschnitten.

Nach einem Gespräch mit den Machern der Homepage kann die Fachhochschule nun wieder bewertet werden. Man habe über "methodische Verbesserungen" gesprochen, erklärte FH-Sprecherin Christina Kaufmann. Schließlich stehe die Hochschule grundsätzlich hinter der Online-Evaluierung - sofern die Betroffenen einverstanden sind.

Meinprof.de stellt Dozenten auf Wunsch nun Passwörter oder Codes für jeden Teilnehmer eines Seminars zur Verfügung. Das soll verhindern, dass auch Studenten Kritik äußern, die eine Lehrveranstaltung nicht besucht haben.

Was für die Fachhochschule laut Kaufmann eine "glückliche Lösung" ist, bezeichnet Studentenvertreter Andreas Kühnbach allerdings nur als "einen Anfang". "Zufrieden stellend wäre es dann, wenn alle bewertet werden könnten." Doch einige Professoren der FH wehren sich weiter gegen die Online-Evaluierung.

Und sie könnten in Kürze Recht bekommen. Der Berliner Datenschutzbeauftragte hat inzwischen seine Prüfung des Internetportals abgeschlossen. Bei den Betreibern von www.meinprof.de ist das Gutachten noch nicht eingegangen. Es dürfte im Grundsatz aber einer Entscheidung aus dem Jahr 2005 zu einem ähnlichen Fall entsprechen. Demnach sind Internetseiten mit Bewertungen von Hochschullehrern "datenschutzrechtlich unzulässig".

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