Das neue iPhone 3G im Test

Kalifornien, USA - Es ist da! Das iPhone 3G wird seit heute in Deutschland verkauft und findet offensichtlich reißenden Absatz. Apple hat seinem Telefon den schnellen Übertragungsstandard UMTS und die Satellitennavigation GPS spendiert. Zudem lässt sich das iPhone mit Programmen erweitern. Wir sagen Ihnen, was das iPhone kann und worauf Sie achten müssen.

Das iPhone ist eine Klasse für sich. Abgesehen vom Medienrummel um das Apple-Handy, hat sich das Telefon binnen Jahresfrist zum Kult-Gerät entwickelt. Seit heute ist weltweit die zweite Generation erhältlich. An den Verkaufsstellen bildeten sich fast durchweg lange Schlangen, auch in den T-Punkten der Deutschen Telekom, die das iPhone exklusiv in Deutschland anbietet.

Was ist neu?

Wie schnell ist die Verbindung? Das iPhone 3G verfügt nun über UMTS, den schnellen Datenstandard. Daher stammt auch der Name: 3G steht für 3.Generation, bezogen auf die Mobilfunk-Systeme. UMTS ist doppelt so schnell wie das bisher fürs iPhone genutzte EDGE-System. Das tatsächliche Tempo hängt aber sehr stark von örtlichen Gegebenheiten ab. In München sollte dies kein Problem sein, auf dem Land kann es mehr oder weniger große Lücken geben. UMTS beschleunigt die Darstellung von Internet-Seiten im iPhone-Browser, den Empfang von E-Mails, aber auch den Landkarten-Dienst GoogleMaps und viele andere Funktionen zwischen Wetterbericht und Börsenkursen. Nachteil: Wer viel mit UMTS surft, verbraucht viel Strom. Fehlt UMTS, wechselt das iPhone automatisch in langsamere Gefilde. Steht ein drahtloses Netz (WLAN) zur Verfügung - etwa als HotSpot von T-Mobile an vielen öffentlichen Plätzen oder als Service in Hotels und Restaurants - geht's richtig flott. Im Ausland telefonieren ist mit dem iPhone kein Problem.

Hat das iPhone GPS? Satelliten-gestützte Positionsbestimmung ist bei Handys der Oberklasse längst Standard, nun kann auch das iPhone damit aufwarten. Allerdings umgeht Apple die Nachteile von GPS, nämlich die lange Zeit bis zur Ortung. Das iPhone stellt über den nächsten Mobilfunkmasten den ungefähren Ort fest, danach wird per GPS der eigene Standort genau bestimmt. Erste Tests zeigen, dass das selbst auf dem Land auf etwa zehn Meter genau klappt. Durch GPS wird das iPhone ein Navigationssystem einfacher Art. Mit dem Navi im Auto kann es derzeit nicht mithalten. Die Positionsbestimmung ermöglicht jedoch ganz neue Nutzungsmöglichkeiten: Man kann sich Restaurants der Umgebung anzeigen lassen, Sehenswürdigkeiten und dergleichen mehr.

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Was ist neu an der Software? Das eigentlich neue am iPhone 3G ist das Betriebssystem. Neben vielen Verbesserungen wie Suche in den Kontakten lässt sich das iPhone nun erweitern. Apple hat dafür eigens den AppStore eröffnet, in dem sich Programme speziell fürs iPhone und den iPod touch herunterladen lassen. Viele Programme sind Freeware, also kostenlos. Derzeit sind über 500 Programme bereits erhältlich, bis zu 4000 sind noch in der Entwicklung. Zu erwarten sind Spiele, die man über die Bewegungssenoren des iPhones steuert, Software für Web-Dienste wie Twitter, Facebook, oder Flickr, fürs Chatten oder Schreiben. Möglicherweise wird es komplette Navigationssoftware fürs iPhone geben. Das neue Betriebssystem kann kostenlos auch auf iPhones des ersten Generation installiert werden. 

Und wie sieht das iPhone nun aus? Um die Preise niedrig zu halten, ist das Gehäuse nun weitgehend aus Kunststoff. Dem Handling hat das nicht geschadet. Das iPhone fühlt sich angenehmer an. Die Maße sind geringfügig anders, weswegen sich bestimmtes Zubehör mit dem 3G nicht mehr nutzen lässt. Zwei Speichergrößen mit 8 oder 16 GB stehen in schwarz zur Wahl, das große iPhone gibt es auch in weiß. 

Was kostet es? Ein iPhone ist nicht billig. Das war das erste nicht, und das zweite ist es auf die normale Vertragsdauer von 24 Monaten gerechnet auch nicht. Kostete die Anschaffung zunächst immer 399 Euro, gibt es das iPhone beim Exklusiv-Vermarkter T-Mobile nun ab 1 Euro - je nach dem, welchen Vertrag man nimmt. Bevor man sich entscheidet, sollte man genau prüfen, wie viel man telefoniert und wie lange man surfen will. Die Tarife im Einzelnen:

Complete S: Für 29 Euro im Monat gibt's 50 Freiminuten in alle Netze, bei Bestellung bis Ende September 500 MB Datenvolumen (danach 100). Das 3G kostet dann 169,95 bzw. 249,95 Euro. Fazit: Nur etwas für Menschen, die auf Ihrem iPhone nur angerufen werden wollen.

Complete M: Für 49 Euro im Monat gibt's 100 Freiminuten in alle Netze, 40 Frei-SMS und unbegrenzte Internet-Nutzung. Das 3G kostet dann 59,95 bzw. 149,95 Euro. Fazit: Für Einsteiger und Gelegenheitssurfer gut geeignet.

Complete L: Für 69 Euro im Monat gibt's 200 Freiminuten in alle Netze, 150 Frei-SMS und unbegrenzte Internet-Nutzung. Preise fürs Gerät: 1 bzw. 39,95 Euro. Fazit: Der richtige Tarif für den Hausgebrauch.

Complete XL: Für 89 Euro im Monat gibt's 1000 Freiminuten in alle Netze, 300 Frei-SMS und unbegrenzte Internet-Nutzung. Das 8-GB-iPhone gibt's dann für 1 Euro, das 16-GB-Modell für 19,95 Euro.

Nach Überschreiten der Freigrenzen kostet die Gesprächsminute 0,29 Euro (XL: 0,09 Euro), die SMS 0,19 Euro. "Unbegrenzte Datennutzung" ist allerdings kein Freibrief fürs Dauer-Surfen: Extrem-Surfern dreht T-Mobile das Tempo runter.

Hat das iPhone Schwächen? Nichts ist perfekt, auch das iPhone nicht. Die eingebaute Kamera ist mit zwei Megapixel weit von anderen Handys entfernt, für schnelle Schnappschüsse aber geeignet. MMS kann das iPhone bisher nicht darstellen, ebenso wenig wie Flash-Filme auf Internet-Seiten. Beides sollte in den nächsten Monaten allerdings über neue Software anders werden. Durch die vielen Möglichkeiten nutzt man für gewöhnlich sein iPhone anders als sein bisheriges Handy; deswegen muss ein iPhone öfter ans Ladekabel.

Wo gibt's das iPhone? In alle T-Punkten, T-Mobile-Partnern (Fachhandel) und bei einigen Apple-Händlern, in München beispielsweise bei Gravis im Tal. Man kann sein iPhone auch online oder per Telefon bestellen. Vertragsverlängerungen sind möglich.

Wer braucht's? Wer ein möglichst kleines Handy nur zum Telefonieren sucht, ist bei Apple falsch. Das iPhone ist inzwischen mehr Kleincomputer denn Mobiltelefon, bietet alle Möglichkeiten der Kommunikation zwischen E-Mail, SMS und Internet. Dazu kommen die Funktionen wie Landkarten, Wetterbericht und vieles mehr. Wer einmal ein iPhone einige Tage in Benutzung hatte, fragt sich ernsthaft, wie er bisher ohne ausgekommen ist. Mal schnell ins Kinoprogramm schauen, die Telefonnummer eines Lokals suchen und direkt von dessen Internetseite aus die Telefonnummer wählen, Tisch reservieren und sich den Weg dorthin anzeigen lassen - nur einige Beispiele für die Vielfalt des iPhones. 

Gibt es Alternativen? Ja und nein. Beinahe alle Handy-Hersteller haben inzwischen Geräte mit ähnlichen Diensten (UMTS, GPS, Landkarten, MP3-Player, etc) im Angebot, einige auch mit Fingersteuerung. An die Bedienung des iPhones mit mehreren Fingern reicht jedoch keines heran. Für die kommenden Wochen sind diverse neue Handys angekündigt, die dem iPhone nahe kommen. Nokia entwickelt Gerüchten zufolge ein Mobiltelefon, das mit dem Apple-Telefon gleichziehen kann. Wann es erscheint, ist offen.

Kann ich das iPhone in anderen Netzen verwenden? Nein. T-Mobile ist exklusiver Partner in Deutschland, andere Mobilfunk-Unternehmen bieten das iPhone nicht an. Selbst wer ein iPhone im Ausland kauft, hat Pech: Das Telefon funktioniert nur mit bestimmten SIM-Karten von T-Mobile. Hacker haben diese Sperren längst umgangen, es gibt im Internet entsprechende Software. Doch Vorsicht: Erstens ist das Entsperren verboten, zweitens macht ein iPhone ohne eine Datenflatrate gar keinen Sinn.

Fazit? Apple hat mit dem neuen iPhone das Konzept konsequent weiterentwickelt und auf Wünsche der Nutzer reagiert. Der geringere Preis dürfte die Verkäufe stark ansteigen lassen. Technisch gesehen ist das iPhone eine eigene Klasse. Wer die Kosten nicht scheut, bekommt ein hoch innovatives Handy mit Zusatz-Funktionen, die das Leben erleichtern, zumindest aber angenehm machen.

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