Neue Kommunikationsformen sparen Zeit und Geld

- Hamburg - Das Wort von der "New Economy" ist heute verpönt, die vor Jahren von den Vordenkern des Internetzeitalters propagierten Veränderungen der Kommunikation hingegen heute Normalität. "Das Internet ist das ultimative Kommunikationsmedium", sagt der Geschäftsführer des Deutschen Multimedia-Verbands (dmmv) Alexander Felsenberg. "Es hat die Arbeitswelt geradezu revolutioniert." Unternehmen sparen mit neuen Formen des Informationsaustauschs viel Zeit und Geld.

<P>Der Faktor Zeit spielt in der Kommunikation heute eine andere Rolle als noch vor wenigen Jahren. "Was früher Tage in Anspruch nehmen konnte - zum Beispiel das Übersenden von Vertragsentwürfen, muss heute innerhalb von Minuten geschehen", sagt Harald Summa, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Internetwirtschaft. Briefe und Rechnungen elektronisch zu verschicken, ist schneller und billiger. "Ein riesiger Vorteil ist die zeitversetzte Kommunikation. Im Gegensatz zum Telefon, müssen nicht beide Gesprächspartner gleichzeitig kommunizieren", erklärt dmmv-Sprecher Christoph Huneke.</P><P>31 Milliarden E-Mails landen Tag für Tag in den elektronischen Postkästen der 500 Millionen Weltbürger mit Internetzugang, schätzt das US-Marktforschungsunternehmen IDC. Die Qualität von Geschäftsbeziehungen und Arbeitsabläufen habe nicht darunter gelitten, dass die Partner dabei nicht mehr physisch - oder zumindest am Telefon - aufeinander treffen, sagt Huneke. Im Gegenteil: Die Kommunikation per E-Mail erlaube fast ebenso schnelle, aber differenziertere Antworten als Telefongespräche.</P><P>Auch andere neue Kommunikationsformen haben die Abläufe in Firmen verändert. Videokonferenzen per Internet sind billig, immer mehr Mitarbeiter kommen in den Genuss, die Gesprächspartner der Runde auch auf dem Bildschirm zu sehen. Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch das Telefonieren über das Netz, das so genannte Voice over IP (Sprache über das Internet-Protokoll).</P><P>Die "Instant Messaging"-Technologie verschafft Überblick, welche Kollegen gerade erreichbar sind. Ein kleines Fenster im Bildschirm zeigt an, wer sich als "anwesend" gemeldet hat - E-Mails oder Telefonanrufe, die den Adressaten nicht erreichen, können vermieden werden. Nach IDC-Schätzungen nutzen weltweit 200 Millionen Menschen das Instant Messaging, bereits ein Viertel davon beruflich. "Wir müssen nicht mehr unbedingt über den Atlantik fliegen, um gemeinsam an einer Sache zu arbeiten", sagt DaimlerChrysler-Manager Frieder Kornas. "Beide Parteien haben dasselbe Dokument vor sich auf dem Bildschirm. Man konferiert am Telefon, und noch während man etwas verändert, sieht die andere Seite das."</P><P>Als angenehm empfinden viele, dass die Kommunikationsgeräte immer handlicher werden. Manche Taschencomputer (Personal Digital Assistents, kurz PDAs genannt) können heute ebenfalls im Internet surfen, Daten über Mobilfunk oder Radiowellen empfangen, Text verarbeiten und Firmenpräsentationen zeigen. Einige Geräte spielen Musik und Filme ab und schießen mit einer eingebauten Digitalkamera Bilder. Weltweit haben die Hersteller von Taschencomputern im Jahr 2002 nach Angaben von Gartner Dataquest 12,1 Millionen PDAs verkauft.</P><P>Zu den neuesten Entwicklungen gehören die in Flughäfen, in Restaurants und Hotels aufgebauten so genannten Hotspots. Das sind lokale Areale, in dem Internet-Provider einen drahtlosen Internet- Zugang zur Verfügung stellen. Eine weitere technologische Neuheit ist der so genannte Wi-Fi-Standard (Wireless fidelity) für drahtlose Datennetze. Damit lassen sich Computer und andere Geräte im Umkreis von mehreren hundert Metern ohne Kabel vernetzten und gewähren drahtlosen Zugang ins Internet.</P><P>Der PC sei mittlerweile nur einer von vielen Möglichkeiten für den Netzzugang, sagt der Geschäftsführer des Branchenverbands BITKOM, Bernhard Rohleder. Der Laptop mit Mobilfunkanschluss hat sich in der Arbeitswelt längst durchgesetzt und die Ortsbindung von Internetnutzern aufgehoben. "In Zukunft werden Autos und digitale Kameras die neuen Endgeräte sein."</P>

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