Neue Todesfälle durch Milzbrand bei wilden Schimpansen

- Milzbrand hat zahlreichen Schimpansen im tropischen Regenwald an der Elfenbeinküste den Tod gebracht. Das haben Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin und des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig nachgewiesen.

<P>Es ist das erste Mal, dass Milzbranderreger (An-hrax-Bazillen) als Todes-ursache bei wild lebenden Schimpansen in den Tropen entdeckt wurden. "Es zeigt erneut, dass im Regenwald ein bisher unbekanntes Potenzial an Krankheitserregern vorhanden ist, das auch für den Menschen bedrohlich werden kann", so Reinhard Kurth, Präsident des RKI. Anthrax-Bazillen könnten, so wird seit den Attentatsfällen in den USA befürchtet, auch zu bioterroristischen Anschlägen verwendet werden. 2001 war deshalb am Robert Koch-Institut das Zentrum für Biologische Sicherheit (ZBS) gegründet worden - es hat als Schwerpunkt die Entwicklung von Methoden zur Diagnostik von Erregern zum Ziel, die von Terroristen eingesetzt werden könnten. </P><P>Durch die zunehmende Zerstörung der Regenwälder, etwa durch Abholzung oder durch Wilderei, steigt das Risiko, dass der Mensch in Kontakt mit bekannten, aber auch mit neuen Erregern kommt, meint der Autor der Studie, Fabian Leendertz, Doktorand im ZBS des RKI und am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie. Die Arbeit der Forschergruppen ist gerade unter dem Titel "Anthrax kills chimpanzees in a tropical rainforest" in der Fach-zeitschrift "Nature" erschienen. </P><P>Trotz intensiver Beobachtung der Schimpansenfamilien konnte bisher jedoch die Infektionsquelle für die Milzbrandfälle nicht identifiziert werden. </P><P>Die Wissenschaftler aus Berlin und Leipzig hatten seit 2002 eine Häufung von Todesfällen in drei Schimpansengruppen an der Elfenbeinküste beobachtet und untersucht. </P><P>Der Krankheitsverlauf bei einem Teil der Schimpansen mit Schäden an Organen und Geweben hatte die Forscher auf die Spur einer Bakterieninfektion als Todesursache gebracht. Blut- und Gewebeproben wurden in das Robert Koch-Institut gebracht, wo mit molekularbiologischen Methoden bei sechs der toten Menschenaffen, die innerhalb von neun Monaten starben, der Milzbranderreger Bacillus anthracis nachgewiesen wurde. </P><P>Bei mindestens zwei weiteren Schimpansen wird als Todesursache ebenfalls Milzbrand angenommen. Erkrankungen bei Menschenaffen geben wichtige Hinweise auf Krankheitserreger, die das Potenzial haben, auf den Menschen überzuspringen. </P><P>So ist der weltweit am häufigsten vorkommende Aids-Erreger, das Virus HIV-1, nach Meinung vieler Experten von Schimpansen auf den Menschen übertragen worden und hat sich dann in der Bevölkerung ausgebreitet. </P><P>Verhaltensforscher und Infektiologen vom RKI und dem Max-Planck-Institut in Leipzig haben jetzt eine Arbeitsgruppe zur Gesundheitsüberwachung der Menschenaffen, die "Great Apes Health Monitoring Unit" (GAHMU) gegründet, die helfen soll, gefährliche Infektionskrankheiten bei Menschenaffen rechtzeitig zu erkennen und das Risiko einer Übertragung der Erreger auf den Menschen zu bewerten.</P>

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