Aus für den neuen XXL-Tarif

- Köln/Bonn - Die Deutsche Telekom hat im Streit mit ihren Wettbewerbern um so genannte Null-Tarife vor Gericht eine Schlappe erlitten. Das Verwaltungsgericht Köln stoppte vorerst die "AktivPlus"-Angebote des Bonner Riesen für diese Gratis-Telefonate. Sie beeinträchtigten die Wettbewerbsmöglichkeiten anderer Anbieter, begründete das Gericht in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil.

<P>Betroffen sind die Tarife "AktivPlus xxl (neu)" und "AktivPlus basis calltime 120". Sie geben den Kunden gegen einen Aufpreis zur monatlichen Grundgebühr die Möglichkeit, an Wochenenden kostenlos zu telefonieren beziehungsweise 120 Freiminuten zu erhalten.</P><P>T-Com-Sprecher Frank Domagalla kündigte die Prüfung rechtlicher Schritte gegen das Urteil an. Ob und wann die beanstandeten Tarife eingestellt würden, werde das Unternehmen nach einer juristischen Bewertung entscheiden. Unklar sei derzeit noch, wie die Bestandskunden behandelt würden. Domagalla kritisierte das Vorgehen der Wettbewerber scharf. Der Kampf um Marktanteile werde nun "auf dem Rücken der Kunden ausgetragen". Das Vorgehen führe bei den Verbrauchern zu starker Verunsicherung.</P><P>Dagegen begrüßte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten VATM die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Zugleich wies der Verband ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine einstweilige Anordnung handele.</P><P>Es sei erfreulich, dass den Bündelprodukten der Telekom ein Riegel vorgeschoben werde, sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner der dpa. Es wäre nach seiner Ansicht jedoch besser gewesen, wenn die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Tarife von vornherein gründlicher geprüft hätte.</P><P>Vor einigen Wochen hatte die oberste Aufsichtsinstanz über den deutschen Telekom-Markt die Tarife genehmigt. Andere Anbieter hatten dagegen geklagt. Über diese Klagen, die ebenfalls beim Kölner Verwaltungsgericht anhängig sind, ist noch nicht entschieden. Das Urteil ordnet aber die aufschiebende Wirkung der Klagen an. Damit darf die Telekom bis zu einem endgültigen Urteil die beiden strittigen Tarife nicht anbieten.</P><P>Die Tarife beinhalten nach Auffassung des Gerichts unzulässige Preisabschläge. Die beim normalen Tarif von der Regulierungsbehörde angenommenen Verbindungskosten würden weit unterschritten. Die Telekom kann gegen die Entscheidung Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen.</P><P>(Aktenzeichen des Urteils: 1 L 2579/03, 1 L 2594/03, 1 L 2789/03)</P>

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