Neuer Computerwurm verbreitet sich "blitzartig"

- Hamburg - Mit "blitzartiger" Schnelligkeit verbreitet sich derzeit ein neuer Computerschädling im weltweiten Datennetz. Der Wurm "Mydoom", auch "Novarg" oder "Mimail.r" genannt, wird von führenden Herstellern von Antivirensoftware wegen der schnellen Verbreitung als besonders gefährlich eingestuft.

<P>Die Attacke des Schädlings ist nach Angaben von Network Associates vom Montag die stärkste seit dem "Blaster"-Wurm im vergangenen August. Innerhalb von rund 24 Stunden habe der Wurm rund 300 000 Rechner befallen.</P><P>"Der Statistik nach verbreitet sich Mydoom zur Zeit vor allem in den USA", sagte der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer. Technologisch gesehen sei der Wurm nichts besonderes. "Ähnliche Würmer haben wir schon oft gesehen, aber die kurze Verbreitungszeit ist das Erschreckende." In diesem Fall seien besonders Benutzer von Microsofts E-Mail-Programm "Outlook" betroffen, sagte Fischer. "Mydoom" soll sich nach Angaben von Network Associates nach Öffnen des E-Mail-Anhangs unter falschem Absendernamen an E-Mail-Adressen versenden, die er auf einem befallenen Window-Rechner in "Outlook" findet.</P><P>Wie auch andere Mimail-Varianten versucht Mydoom eine so genannte DoS-Attacke (Denial of Service) auf einen Server zu starten. Dabei wird der Server unter einer nicht mehr zu bewältigenden Menge von sinnlosen Anfragen in die Knie gezwungen. Mydoom versuche in diesem Fall eine DoS-Attacke gegen die amerikanische Softwarefirma SCO zu starten, sagte Fischer. SCO beansprucht die Urheberrechte von Teilen des Softwarecodes des alternativen Betriebssystems Linux und droht nach einer Milliarden-Klage gegen den Computerhersteller IBM auch andere Linux-Anbieter wegen Schadenersatz zu verklagen.</P><P>Alle großen Anbieter von Antivirensoftware bieten unterdessen entsprechenden Schutz gegen eine Attacke und raten erneut, Anhänge von nicht zweifelsfrei identifizierten E-Mails auf keinen Fall zu öffnen.</P>

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