Ein neuer gepulster Laser zersägt berührungsfrei Knochen

- Mit dem bloßen Auge kann man den erstaunlichen Vorgang verfolgen, wie ein (Rinder)-Knochen in zwei Teile mit präzise ineinander passenden gezackten Rändern geschnitten wird, ohne dass die "Knochensäge" den Knochen berührt. Ein Laser, ein fein gebündelter Lichtstrahl, ist hier in Aktion, und er sägt genau genommen auch nicht, er verdampft vielmehr das Knochengewebe, wie der Wissenschaftler Professor Peter Hering auf der Internationalen Münchner Messe Laser 2003 erklärt. Eine Spielerei ist die musterhafte Knochendurchtrennung nicht: Es geht vielmehr um künftige medizinische Anwendungen.

<P>Denn die Licht-"Säge", ein neu entwickelter gepulster CO2-Laser, kann nicht nur haarfeine und hochpräzise Schnitte machen, sie zerstört dabei auch kein benachbartes Knochengewebe. Um diesen Effekt genauer zu erforschen, ließ ein Orthopäde aus dem Klinikum rechts der Isar sogar ein bei einer Operation entnommenes Knochenstück auf der Messe von dem Lasergerät zersägen. Nun werden die Knochenzellen an den Schneiderändern auf ihre Vitalität untersucht.</P><P>Erste Zelluntersuchungen, die Hering mit Tierpräparaten machte, haben bereits gezeigt, dass die Zellen offenbar intakt bleiben.<BR>Das Lasergerät, das im Großforschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) in Bonn entwickelt worden ist, dürfte also noch eine große Zukunft in den Operationssälen vor sich haben. </P><P>Der Laserstrahl selbst kann natürlich nicht nur Gewebe trennen, sondern auch gezielt Knochengewebe abtragen oder Löcher bohren. Kein Wunder, dass die an der Forschung beteiligten Chirurgen und Orthopäden begierig auf die Ergebnisse bei menschlichem Gewebe sind.</P><P>Laserforscher Hering (dessen wissenschaftliche Wiege beim Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching stand) hat auf der Laser 2003 aber auch noch ein zweites Ass aus seinen Labors präsentiert: Die dreidimensionale ultraschnelle Porträtholographie. Mit einem gepulstem Laserlichtstrahl wird die abgetasteten Oberfläche eines Gesichts beleuchtet, daraus entsteht ein 3D-Hologramm. Hering zu den technischen Einzelheiten: "Das zurückgestreute Licht wird mit einem kohärenten Referenzstrahl zur Interferenz gebracht. Auf einer Silberhalogenid-Photoplatte wird dieses Interferenzmuster dann gespeichert. Nach der nasschemischen Entwicklung befindet sich darauf das Hologramm." </P><P>In enger Zusammenarbeit mit dem Hightech-Forschungs-Zentrum (HFZ) am Klinikum rechts der Isar, das von dem Chef der Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Basel, Prof. Hans-Florian Zeilhofer geleitet wird (er lehrt auch an der Technischen Universität München), entsteht jetzt eine mobile 3D-Holographiekamera. Mit der sollen in Zukunft Operationsplanungen durchgeführt werden. <BR><BR>Internet<BR>Die Homepage des Forschungszentrums "ceasar" erreicht man unter www.caesar.de<BR> <BR></P>

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