Neuer Kunststoff hilft Menschen ohne Augen

- Rostock - Ein neuer Kunststoff kann Menschen ohne Augäpfeln Hilfe zumindest für ihr Auftreten in der Öffentlichkeit leisten. Der Kunststoff, der in die Augenhöhle eingebracht wird, quelle dort selbstständig auf, sagte Michael Schittkowski von der Universitäts- Augenklinik in Rostock am Montag.

Durch den entstehenden Druck könne die meist zu klein geratene Augenhöhle wachsen. "Wir können die Kinder nicht sehend machen, aber wir können zur Förderung ihrer sozialen Akzeptanz beitragen." Rund 50 Kinder seien bereits behandelt worden.

Die Fehlbildung, deren Ursachen unbekannt, sei mit einem Fall auf 100 000 Geburten äußerst selten. Wenn das Wachstum abgeschlossen ist, werden dann gewöhnliche Augenprothesen eingesetzt. "Das Ergebnis der Behandlung ist auf lange Sicht ein äußeres Erscheinungsbild, das nicht offensichtlich durch Blindheit gezeichnet ist." Insbesondere gelte dies für Patienten, denen nur ein Auge fehlt, und bei denen durch die zu klein geratene Augenhöhle auch das Gesicht nicht symmetrisch ist. "Bei diesen Patienten wird zusätzlich die Bildung von Knochensubstanz im Gesicht angeregt", sagte Schittkowski.

Seit kurzem können auch Patienten mit zu kleinen Augäpfeln behandelt werden. Dabei werde der selbst quellende Kunststoff hinter den Augapfel injiziert. Zu der Behandlung der Kinder in Rostock gehöre auch die psychologische Betreuung der Eltern.

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