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Die gute alte Musikkassette ist wieder im kommen.

Der Club der toten Bänder

Neuer Retro-Trend: Die Musikkassette ist wieder da

Die Musikfans spulen die Zeit zurück – denn nach der Vinylplatte ist plötzlich auch die Musikkassette wieder gefragt. 54 Jahre, nachdem der holländische Elektronikkonzern Philips die „Compact Cassette“ erfunden hat, spült die Retrowelle nun auch dieses Format wieder nach oben.

Wie kam es zum Comeback?

Nach dem Vinyl-Boom ist die Rückkehr der guten alten Tapes die logische Konsequenz. Beides ist eine Gegenbewegung zum Flatrate-Hören à la Spotify, das Musik zum bloßen Hintergrundgeräusch degradiert. Der kanadische Plattenmanager Chris Jacques erklärt das Phänomen: „Die jungen Leute sind mit CDs und MP3 aufgewachsen, das langweilt sie. Kassetten dagegen sind klein, hübsch und interessant.“ In den USA stieg der Verkauf von Musikkassetten 2016 um 74 Prozent – auf allerdings immer noch bescheidene 129.000 Stück. Doch der echte Boom findet abseits der Charts statt. Vor allem junge Bands verteilen ihre Songs wieder gerne auf Kassetten, die sich viel leichter und günstiger herstellen lassen als Vinylplatten. Und Stars von Metallica bis Justin Bieber bringen ihre Songs in kleinen Stückzahlen für Liebhaber wieder auf Kassette heraus. Auch das neue Blondie-Album Pollinator (Foto) erscheint am 5. Mai unter anderem auf Tape.

Wie bleiben meine alten Kassetten länger frisch?

Wenn Sie noch Kassetten zu Hause haben, sollten Sie auf eine schonende Lagerung bei Zimmertemperatur, Trockenheit und wenig Licht achten. Sonneneinstrahlung und Wärme sind Gift, deshalb sind die Kassetten im heißen Auto-Handschuhfach auch immer so schnell kaputtgegangen. Weil die Weichmacher aus den Bändern mit der Zeit ausdünsten und verkleben, ist es wichtig, die Kassetten von Zeit zu Zeit abzuspielen. Tesafilm ist zu dick und klebt zu schlecht, wenn Sie Risse reparieren wollen. Hierfür gibt es besonders dünnen Klebefilm. Doch auch bei sorgfältigster Behandlung verliert eine Musikkassette mit jedem einzelnen Abspielen an Qualität. Auch diese Alterung macht einen Teil der Faszination aus. Tonbandexpertin Corinna Richter, die mit ihrer Cassetten-Klinik (cassetten-klinik.de) Reparaturen anbietet und auch schwer beschädigte Bänder noch rettet, rechnet mit einer Lebensdauer von maximal 30 bis 40 Jahren.

Welche Kassetten und Kassettenrecorder gibt es heute noch?

Ein Mixtape für die Liebste oder den Liebsten ist eindeutig persönlicher und romantischer als eine Spotify-Playlist. Die dafür notwendigen Kassetten und Kassettenrecorder sind immer noch gut zu finden. Ein 5er-Pack 90-Minuten-Kassetten von Maxell kostet bei Amazon um die acht Euro. Billig-Recorder aus China gibt es schon ab etwa 15 Euro. Und ein solides Gerät wie der Sony CFD-S70 kostet rund 80 Euro. Über den Kopfhörerausgang eines solchen „Ghettoblasters“ können Sie Kassetten dann auch digitalisieren. Dazu verbinden Sie den Recorder mit dem Audioeingang eines PC oder Mac. Mit der Gratis-Software Audacity (audacity.de) können Sie die Musik dann digital aufnehmen und bearbeiten. Wenn Ihr Rechner keinen Audioeingang hat, hilft der USB Audio-Adapter Griffin iMic2 für knapp 50 Euro, der diesen Eingang ersetzt und auch noch die Tonqualität verbessert.

Nie mehr Bandsalat: Abschied vom VHS-Rekorder

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