Neuer Trend zur Insulinpumpe

- Zuckerkranke, die am Typ 1-Diabetes mellitus leiden, müsssen sich regelmäßig das Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin spritzen. Doch auch Typ 2-Diabetiker werden häufig insulinpflichtig.

<P>Die Suche nach einer optimalen Insulintherapie führt weltweit immer mehr Diabetiker zur Insulinpumpe (kontinuierliche subkutane Insulininfusion, kurz CSII). Das berichteten Dr. Christof Klinkert (Bad Oeynhausen) und Dr. Rolf Renner (München) bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Hannover. Fazit der beiden Diabetologen: "Die modernen Insulinpumpen sind klein, handlich, multifunktional, sicher und einfach zu bedienen. Ein entscheidender Vorteil ist die Möglichkeit der vollständigen Trennung und individuellen Steuerbarkeit von basaler Insulinversorgung und notweniger Insulingabe zu den Mahlzeiten."<BR><BR>Das war nicht immer so. Als die Insulinpumpe Mitte 1970 erstmals bei Patienten eingesetzt wurde, kam es immer wieder zu Komplikationen. "Daher entwickelte sich die zeitgleich aufkommende Intensivierte Insulintherapie (ICT) zum Standard", erläutert Renner. Erst 1995 kamen dann technisch wesentlich verbesserte Insulinpumpen auf den Markt. "Und inzwischen", so Renner, "werden etliche Vorteile der Pumpe gegenüber der ICT deutlich. Vorteile sind vor allem die verminderte Hypoglykämiegefahr sowie die verbesserte Langzeitprognose."<BR><BR> Eine Pumpe verschreiben die Ärzte vor allem Zuckerkranken mit: häufigen Unterzuckerungsphasen, instabiler Stoffwechsellage, Dawn-Phänomen, unregelmäßigem Tagesablauf (Schichtdienst), hoher Insulinempfindlichkeit oder niedrigem Insulinbedarf und diabetesbedingten Organkomplikationen.<BR><BR>Dennoch werde an Verbesserungen gearbeitet, so die Mediziner: "Nachteile der Pumpe sind vor allem mögliche Hautreizungen und Katheterprobleme." Infektionen an den Kathetereinstichstellen seien jedoch mit Hautdesinfektion und einem Katheter-Wechsel alle zwei Tage weitgehend vermeidbar. Eine Kontaktdermatitis oder Pflaster-Allergie könnten durch Hautschutzfolien, Sprühfilme oder so genannte Hydrokolloidpflaster verhindert werden.<BR><BR>Da nur ein kurz wirksames Insulin für die Pumpe verwendet wird, ist wegen des fehlenden Insulindepots die Gefahr einer diabetischen Ketoazidose (Übersäuerung) bei zu langsamer Reaktion höher als bei der ICT. "Im Alltag führt dies aber nicht zu signifikanter Steigerung der Fälle", so Renner. Anzeichen von Übersäuerung sind stark erhöhte Blutzuckerwerte (Blutglukose) und Ketonkörper (Zuckerstoffwechselzwischenprodukte) in Urin und Blut. Diabetiker müssen regelmäßig auf Urinketone untersucht werden. </P><P>  </P><P><BR> </P>

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