Nicht Bayern - Hessen ist das wahre Hochschulparadies

- Da sage noch einer, in Bayern hätten es die Professoren und Studenten besser als in jedem anderen Bundesland: Keineswegs, Herr Goppel, Hessen heißt das wahre Paradies!

<BR>Nein, diesmal ist nicht das leidige Sparpaket gemeint, das in Bayerns Hochschulen für berechtigte Zukunftsunsicherheit sorgt. Diesmal geht es um eine Reform, die sich der vorige Wissenschaftsminister Hans Zehetmair nicht zu verwirklichen traute und der jetzige, Thomas Goppel, vor lauter Sorgen um den Etat, mit dem er nun wirklich nicht auskommen kann, noch gar nicht wahrgenommen hat: Die Reform heißt Hochschul-Autonomie.<BR><BR>Das Konzept zur Selbständigkeit hatte der Chef der Technischen Universität München, Professor Wolfgang A. Herrmann, dem früheren Minister vorgelegt. Es verstaubt in den Akten.<BR><BR>Nicht so in Hessen. Dort lässt ein Gesetzentwurf aufhorchen, der aus der Technischen Universität Darmstadt für die Zukunft eine Art Elitehochschule machen soll: Die TU darf ihre Professoren selbst berufen, ein Vetorecht hat nur der Hochschulrat. Die neuen Profs sind auch nicht Beamte, sondern Angestellte. <BR><BR>Oberster Dienstherr des Personals ist künftig der (die) Präsident(in). Die TU entscheidet auch alleine über ihre Studiengänge und legt die Zahl ihrer Studenten fest. Sie kann sie auch auswählen.<BR><BR>Umgekehrt wird sie zur Qualität in der Lehre verpflichtet, muss die Studenten anleiten und beraten, dafür wird ein Studien- und Prüfungsbegleitsystem ausgebaut.<BR><BR>Der Haushalt ist weitgehend Hochschulsache. Für Bau- und Geräteinvestitionen gibt es einen zusätzlichen Jahresetat von 40 Millionen Euro, in den niemand dreinzureden hat. Dementsprechend ist die TU auch für Grundstücks- und Bauangelegenheiten zuständig und kann Grundstücke verkaufen oder kaufen. <BR><BR>Die TU Darmstadt kann auch Gesellschaften gründen oder sich mit Haushaltsmitteln beteiligen. <BR><BR>Wenn die TU sich zur Musteruni mausert, sollen mehr Rechte für andere Hochschulen folgen. Ach, haben es die Hessen gut in ihrem Musterländle!<BR>Übrigens: Auch in Baden-Württemberg wird reformiert. Ab 2005 berufen dort die Hochschulen ihre Professoren selbst. <BR>

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