Nicht nur der Schweiß floss in Strömen

- Eine Tribüne, für tausende Menschen gemacht: Doch auf ihr nahmen bei der 11. Ruderregatta der Münchner Universitäten nur 14 Zuschauer Platz. Der Wettkampf der Hochschul-Achter, der erstmals an der Olympiastrecke in Oberschleißheim stattfand, litt darunter, dass es Wasser satt von allen Seiten gab. Wer aber dem strömenden Regen trotzte, der wurde mit einem spannenden Rennen zwischen den Mannschaften der Ludwig-Maximilians-Universität, der TU München und der TU Dresden belohnt.

"Los, zieht", schreit ein junger Mann den Ruderern zu. Der 32-Jährige steht mit einem Regenschirm auf dem Steg, zwei Achterboote ziehen an ihm vorbei. Es wird knapp, doch das Boot der LMU-Studenten ist eine Nasenlänge voraus. Damit steht es 1:1. "Heute haben die Jungs richtig zu beißen", sagt er. "Die Finger sind eiskalt, und bei Wind und Regen läuft die Drehbewegung nicht ganz so flüssig."Einige regenfeste Zuschauer beobachten den Wettkampf an der Rennstrecke, die anderen haben sich in das trockene Regattabüro geflüchtet.Von dort verfolgen sie gespannt den entscheidenden Lauf. Und dann - nach zwei erfolglosen Jahren - schlagen die Studenten der LMU den Achter der TUM - mit einer halben Länge Vorsprung. "Das war super", sagt Schlagmann Stefan Hasenöder. "Wir haben uns von Rennen zu Rennen gesteigert." Seit seinem zwölften Lebensjahr rudert er im Verein, seit Mai hatte die Mannschaft für die Universitäts-Regatta trainiert.Von der Zuschauertribüne kommen seine Eltern die Treppe herunter, der Vater trägt eine Decke unter dem Arm. "War doch ein bisserl frisch da oben", sagt Werner Hasenöder. Die Freude über den Sieg ist ihm anzusehen.Neben ihm steht Birgit Kreutz - ihr Sohn gehört zu der Verlierermannschaft der TUM. Aber: "Es sei der LMU gegönnt, dass sie gewonnen hat", sagt sie souverän.Doch auch die TU kann an diesem Tag einen Sieg verbuchen: bei den Professoren, die gegen die TU Dresden angetreten waren. "Wir haben alles geben müssen. Am Schluss waren alle fix und fertig", gibt Schlagmann Arnulf Melzer, der ehemalige Vizepräsident der TUM, zu. Angefeuert wurde er von seinen zwölf Mitarbeitern - mit Kuhglocken und Rasseln.Seit der ersten Ruderregatta vor elf Jahren ist Melzer dabei. So ein Wetter hat er dabei noch nie erlebt. Doch er nimmt's gelassen: "Wassersport ist Wassersport. Das gehört einfach dazu." Offenbar sahen das die Zuschauer jedoch anders - warum sonst waren so wenige Sportbegeisterte gekommen. Neben dem Hauptverursacher "Wetter" sieht Melzer einen möglichen Grund im neuen Ort. Bisher wurden die Rennen mitten in der Stadt, am Olympiasee ausgetragen. Doch die Olympiaregattastrecke biete Vorteile, so Melzer. "Es müssen nicht extra Stege gebaut werden, zudem können mehrere Mannschaften gleichzeitig gegeneinander antreten." Genau das sei nach dem diesjährigen "Testrennen" für 2006 geplant.Mittlerweile haben es sich alle im Bootshaus gemütlich gemacht. Auch die Professoren aus Dresden lassen sich Leberkäs und Kartoffelsalat schmecken. Ihr Resümee des Tages: "Feucht", sagt Albrecht May. Zum dritten Mal sind die Dresdner gegen die Münchner angetreten; leider wieder erfolglos. "Nächstes Mal werden wir sie aber schlagen." Ein frommer Wunsch, wie der nach besserem Wetter.

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