Nichtwähler als größte Partei

- Schon seit Wochen weisen Plakate, Handzettel und Fachschaftssprecher darauf hin: An den Münchner Universitäten finden ab morgen die Hochschulwahlen statt. An der LMU wählen Studenten, Mitarbeiter, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren am Mittwoch und Donnerstag ihre Vertreter im Senat, im erweiterten Senat und die Fachbereichsräte. Eine Woche später finden auch an der Technischen Universität Wahlen für die Vertreter im Senat und den Fachbereichsräten statt. Die Studenten wählen außerdem ihre Vertreter im Konvent.

<P>Auch wenn die Studentenvertreter eifrig mit Broschüren für die Stimmabgabe werben, wird die studentische Wahlbeteiligung wohl auch dieses Jahr nicht in die Höhe schnellen. Während traditionell ein hoher Anteil der Professoren abstimmt, hat in den vergangenen Jahren jeweils nur jeder zehnte Student den Gang zur Wahlurne angetreten.</P><P>Eine Ursache dafür liegt möglicherweise im Bayerischen Hochschulgesetz begründet, das keine "Verfasste Studierendenschaft" vorsieht. Während etwa das Berliner Hochschulgesetz der Studentenschaft ein Selbstverwaltungsrecht zugesteht und ihr beispielsweise aufträgt, die kulturellen und sportlichen Interessen der Studierenden zu unterstützen, wirken die Studenten in Bayern offiziell nur durch den nicht öffentlich tagenden Konvent und gewählte Vertreter in den Organen der Hochschulen mit.</P><P>Allerdings unterläuft das an der LMU von der Liste AStA und Fachschaften (LAF, in der sich die meisten Fachschaften zusammengeschlossen haben), der Grün Alternativen Liste, der JuSo-Hochschulgruppe und der Linken Liste (PDS) getragene so genannte "Parallelmodell" diese Regelung. Nach diesem Modell wählt der Konvent, wie im Gesetz vorgesehen, den vierköpfigen Sprecherrat. Haben im Konvent die Befürworter des Parallelmodells die Mehrheit, wählen sie als Sprecherrat Vertreter, die einen Allgemeinen Studentenausschuss (AStA) und eine Fachschaftenkonferenz als Arbeitsausschüsse einrichten und diesen ihre Kompetenzen übertragen. Somit werden diese im Hochschulgesetz nicht vorgesehenen Organe durch die Hintertür legitimiert.</P><P>Andere Studentengruppen wollen dagegen die Studentenvertretung wahrnehmen, wie vom Hochschulgesetz vorgesehen. Der Sprecherrat führt die Beschlüsse des Konvents aus, der mindestens einmal im Semester tagt. Mit diesem Ziel treten an der LMU der Ring christlich-demokratischer Studenten, die Liberale Hochschulgruppe, die wirtschaftswissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft studentischer Interessenvertretung, die Grüne Hochschulgruppe und die Fachschaftsinitiative Jura an.</P><P>Auch an der Technischen Universität gibt es eine Liste AStA und Fachschaften (LITFAS), die für die Verfasste Studierendenschaft eintritt. Neben ihr konkurriert nur eine weitere Gruppierung um die Sitze der Studierenden im Senat wie und die Fachbereichsräte: die Liberale Hochschulgruppe.<BR></P>

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