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Nieren von Lebenden funktionieren besser

- Nieren von lebenden Spendern funktionieren nach neuen Studien länger und besser als konservierte Organe eines verstorbenen Spenders. Das betonten Fachärzte im Münchner Uni-Klinikum Großhadern bei einem Gespräch zum 25. Jahrestag der der ersten Verpflanzung einer Niere unter Verwandten. Knapp 85 Prozent der transplantierten Lebendnieren arbeiten nach über fünf Jahren noch einwandfrei, bei Nieren von Toten sind es 67 Prozent.

<P>Professor Michael Fischereder, Leiter der Nephrologischen Transplantationsambulanz der Ludwig-Maximilians-Universität, möchte auch die Hausärzte für das Thema Lebendspende gewinnen: "Durch eine Niere von lebenden Spendern wäre für jeden zweiten Dialysepatienten in Deutschland heute eine Transplantation möglich." Auf eine Niere müssen Bundesbürger derzeit sieben Jahre warten. Nieren von lebenden Spendern sind aus der modernen Transplantationsmedizin nicht mehr wegzudenken. Das gilt vor allem für Kinder. Die Lebend-Nierenspende macht beispielsweise im Transplantationszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover dreizehn Prozent aller Transplantationen aus.</P><P>Das Umdenken unter deutschen Organverpflanzern begann vor zehn Jahren. Bis dahin waren die Chirurgen sehr zurückhaltend bei Nieren von lebenden Spendern, weil sie einen Handel fürchteten, wie er in armen Ländern seit langem blüht. 1994 verpflanzte man im Klinikum Großhadern erstmals die Niere eines nicht verwandten Spenders. Zugleich begann in der Abteilung für Transplantationschirurgie unter dem damaligen Leiter Professor Walter Land eine kontrollierte Prospektivstudie, die wichtige psychologische Komponenten enthielt. Jeder mögliche Spender und der Empfänger wurden psychodiagnostisch überprüft und eingehend psychosozial beraten, um auszuschließen, dass der Spender unter Druck gesetzt wurde. So wollte man die Beteiligten befähigen, Chancen und Risiken vor der Organspende abzuwägen und eine freiwillige und selbstverantwortete Entscheidung für oder gegen eine Verpflanzung zu ermöglichen.</P><P>Aufgenommen in die Studie wurden verwandte Personen (Eltern-Kinder, Geschwister) und nicht-verwandte Personen (Ehepaare, hetero- und homosexuelle Lebenspartner, Freunde). Die Ergebnisse waren so Erfolg versprechend, dass die Lebendspende in das Normalprogramm aufgenommen wurde. Am Ende des Beratungsprozesses steht bis heute eine vorläufige Transplantationsvereinbarung, an die sich bei einer Entscheidung zur Organtransplantation nochmals eine mehrwöchige Bedenkzeit anschließt. In Deutschland erlaubt das Transplantationsgesetz eine Spende nur zwischen sich "nahe stehenden Personen". Die erste Nierentransplantation weltweit fand vor 50 Jahren statt, zwischen eineiigen Zwillingsbrüdern. Damals gab es noch keine Dialyse (Blutwäsche) und auch keine Medikamente gegen die Abstoßung eines fremden Organs. Deshalb konnten nur Organe von eineiigen Zwillingen verpflanzt werden, da deren Gewebedaten identisch sind. Mit den heutigen Medikamenten gegen die Abstoßung sind auch Organe nicht blutsverwandter Spender transplantierbar.</P>

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