Nutzer sollen OpenOffice retten

Hamburg/Berlin - OpenOffice steht kurz vor dem Aus. Die Entwickler der offenen Bürosoftware haben nun einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um das gefährdete Projekt am Leben zu halten: Die Nutzer sollen's richten.

Da sie nach dem Rückzug des Hauptsponsors Oracle noch keine neuen Partner gefunden haben, bitten sie die Nutzer um Unterstützung. Dafür startete der Verein Team OpenOffice.org am Mittwoch einen Spendenaufruf. Die Software stehe “buchstäblich vor dem Nichts“, erklärte die Organisation in Hamburg.

Die kuriose Beziehung der Deutschen zum Computer

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OpenOffice ist ein kostenloses Paket aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und anderen Büroanwendungen und konkurriert mit kommerziellen Lösungen wie Microsoft Office. Team OpenOffice dient seit 2003 als Plattform fürs Tagesgeschäft rund um die Entwicklung der Open-Source-Software, die die jeder kostenlos nutzen und weiterentwickeln darf. Nach dem Rückzug von Oracle übernahm der Verein die Federführung des Projektes. Der US-Konzern hatte OpenOffice 2010 mit dem Kauf von Sun Microsystems übernommen und im Juni seine Unterstützung aufgekündigt.

Der Verein sucht nach eigenen Angaben schon seit einigen Wochen nach Investoren. Es sei jedoch schwierig, den richtigen Partner zu finden, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Das Projekt benötige jedoch dringend Geld, etwa für die bezahlten Entwickler: “Das letzte Software-Update liegt schon etwas zurück, gerade viele Firmenkunden sind deshalb verunsichert.“ OpenOffice läuft nicht nur auf vielen privaten PCs, sondern auch in kleineren Unternehmen und einigen Behörden, etwa der Stadtverwaltung München.

Der Verein machte zudem einen Schritt auf das LibreOffice-Projekt zu - eine Abspaltung, die die Software seit einem Jahr unter eigener Ägide weiterentwickelt. Eine Zusammenführung des unabhängig voneinander geschriebenen Programmcodes sei in wenigen Wochen machbar.

OpenOffice hat deutsche Wurzeln: Die Software ging aus den Programm StarOffice und StarWriter hervor, die seit 1985 von Marco Börries und dessen Firma Star Division entwickelt wurden. Börries verkaufte Star Division 1999 an Sun Microsystems.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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