Ohne Schlaf könnten wir nicht leben

- Gesunder Schlaf ist lebensnotwendig. Schlafentzug ist eine Foltermethode, die durchaus tödlich enden kann. Menschen, die unter chronischer Schlaflosigkeit leiden, werden körperlich und seelisch krank. Gezielter Schlafentzug kann dagegen zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Wieviel Schlaf braucht der Mensch? Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel. Sicher ist aber, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen und das Alter. Kinder brauchen viel mehr Schlaf als Erwachsene, und diese kommen im Seniorenalter meist mit noch weniger Schlaf aus.

<P>Napoleon, Rockefeller und Ford haben sich einst mit ihrem extrem geringen Schlafbedürfnis gebrüstet. Jedoch ist auch überliefert, dass Napoleon, der nachts selten mehr als vier Stunden schlief, tagsüber auf seinem Pferd regelmäßig einnickte. Experten vermuten, dass er unter Narkolepsie, einer Schlafstörung litt.<BR><BR>Nicht nur der Bedarf an Schlaf ist anlagebedingt, sondern auch der Typus des Frühaufstehers oder des Nachtschwärmers und Morgenmuffels. Außerdem gibt es indifferente Typen, die weder das eine noch das anderer sind. Doch unabhängig davon braucht jeder Mensch sein Quantum an gesundem Schlaf, um leistungs- und überlebensfähig zu sein. Ohne zu essen, kann ein Mensch mehrere Wochen auskommen, ohne Schlaf nicht. Schon nach 36-stündigem Wachsein entsteht ein Zustand, der dem Delirium eines Alkoholikers gleicht. <BR>Wie gefährlich das sein kann, zeigt eine Analyse von Autounfällen in Bayern: Danach ist ein Viertel der tödlichen Verkehrsunfälle auf Autobahnen durch Sekundenschlaf oder Übermüdung verursacht worden.</P><P>Schichtarbeit fordert Gesundheitstribut <BR><BR>Ständige Schlafdefizite ziehen Gereiztheit, Konzentrationsschwäche und Anfälligkeit für Infektionen und organische Erkrankungen nach sich. <BR>Auch unruhiger oder unregelmäßiger Schlaf fordert seinen Tribut. Schichtarbeiter haben ein höheres Risiko, an Bluthochdruck, Magengeschwüren oder Herzinfarkt zu erkranken. Sie leben statistisch weniger lange als Menschen ohne Nachtarbeit. Auch Stress und Sorgen können einem den Schlaf rauben. Wer ständig unter Strom steht, kann nicht mehr abschalten und auch nicht einschlafen. Dieser Druck sorgt nur dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden und der Gestresste erst recht wach bleibt. Schlafforscher empfehlen, lieber aufzustehen, sich einen Tee zu kochen, ein Bad zu nehmen oder zu lesen, statt sich schlaflos im Bett hin und her zu wälzen. <BR><BR> Der Schlaf setzt sich aus mehreren Phasen wie dem Einschlafstadium, dem leichten Schlaf, dem Tiefschlaf und dem REM-Schlaf zusammen. Diese Stadien wiederholen sich in Zyklen von 90 bis 100 Minuten mehrfach in der Nacht. Die Schlaftiefe steigert sich dabei immer mehr. <BR><BR>Der Tiefschlaf ist besonders wichtig für die Regeneration. Zunächst reduziert sich die Muskelspannung, Herz- und Pulsschlag verlangsamen sich, der Blutdruck sinkt und der Atem wird flacher und regelmäßiger. Auch die Aktivität der meisten Gehirnregionen verlangsamt sich. <BR><BR> In der REM-Phase, in der sich die Augen sehr schnell hin und her bewegen, wird am meisten geträumt. Aber auch die Körperfunktionen werden wieder angeregt. Der Blutdruck steigt, der Atem wird heftiger, die Geschlechtsorgane werden stärker durchblutet und das Gehirn verbraucht mehr Energie. <BR><BR>Im Schlaf regeneriert sich der Organismus, und im Gehirn werden Informationen verarbeitet. Eine Forschergruppe an der Medizinischen Universität Lübeck untersucht derzeit den Zusammenhang von Gedächtnisleistung und Schlaf. Dauerhaftes Speichern von Wissen funktioniert nach ihren Ergebnissen nur dann reibungslos, wenn auch ausreichend geschlafen wird. Auch zur Bildung von Antikörpern gegen fremde Keime muss der Körper eine Gedächtnisleistung vollbringen. <BR><BR>Andererseits kann der Traum auch kreativ sein: So sollen Mozart, Beethoven und Schumann buchstäblich im Schlaf die schönsten Melodien geschaffen haben. Und der deutsche Chemiker August Kekulé von Stradonitz (1829-1896) entdeckte in einer Traumvision die von ihm lange gesuchte Ringstruktur des Benzols. <BR><BR> Dem Schlaf kommt auch als Ventil für die Seele eine wichtige Funktion zu. Die Traumphase (REM-Phase) sorgt für psychische Entlastung. Träume sind ein Ventil für Spannungen, Konflikte, Tabus, Moral und andere Kontrollmechanismen. Jeder träumt, aber nicht jeder erinnert sich später daran. Jede Phantasie ist im Traum erlaubt, was manchen Träumer in der Erinnerung dann erschreckt (etwa, wenn man jemanden tötet oder selbst stirbt). Traumdeutungen durchziehen nicht die Geschichte der Psychologie und Psychiatrie, und sie sind ein vielfach genutztes Mittel für religöse Riten.<BR><BR>Francis Crick, Molekularbiologe und Nobelpreisträger (Entschlüsseler der DNA-Struktur) und sein Kollege Graham Mitchison nennen Träume "Reinigungstruppe der Seele". Überflüssige "Dateien" werden im Gedächtnis gelöscht, dann kann es neues Wissen aufnehmen. </P><P>Internet: </P>www.schlafstoerungen-online.dewww.uni-marburg.de/sleep/lab/index.html http://www.m-ww.de/gesund_leben/schlafen/schlafstoerung.html<P>Tipps </P><P>Ein abendlicher Spaziergang, eine Tasse warme Milch mit Honig, Melissentee oder ein Bad mit Aromaölen machen das Einschlafen <BR>leichter.</P>

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