+
Spielen ja, Geldwäsche nein - der Bund will Online-Glücksspiele stärker unter die Lupe nehmen.

Online-Glücksspiele: Bund will Geldwäsche stoppen

Berlin -Online-Glücksspiele boomen. Das Milliardengeschäft birgt erhebliche Geldwäsche-Risiken. Der Bund will dem “Waschen“ von Geldern einen Riegel vorschieben und hofft, andere EU-Staaten dafür zu gewinnen.

Im Kampf gegen Geldwäsche wird in Deutschland auch das Online-Glücksspiel stärker unter die Lupe genommen. Die Bundesregierung verabschiedete am Mittwoch einen Gesetzentwurf, nach dem Betreiber von Glücksspielen im Internet Sorgfaltspflichten nach dem Geldwäschegesetz erfüllen müssen. Wie das Finanzministerium in Berlin weiter mitteilte, sollen die Aufsichtsbehörden der Länder Finanzströme von legalen und illegalen Betreibern verfolgen und verbieten können.

Mit dem seit Juli geltenden neuen Glücksspielstaatsvertrag der Bundesländer ist der Vertrieb von Sportwetten und Lotterien über das Internet wieder zugelassen. Online-Casinospiele und Online-Poker bleiben verboten. Da beim Glücksspiel schnell und einfach riesige Summen umgesetzt werden können, eignet es sich besonders zum “Waschen“ von Geldern aus kriminellen Handlungen.

Beim Online-Glücksspiel bestehen laut Ministerium besonders hohe Risiken für Betrug und Geldwäsche. Spieler könnten leichter anonym oder mit gefälschten Identitäten auftreten. Zudem könne eine illegale Herkunft von Geldern durch Transaktionen über mehrere Spieler- und Betreiberkonten einfach verschleiert werden.

Intransparente Zahlungsprodukte wie auf anonymen Prepaid-Karten gespeichertes elektronisches Geld oder Bargeld sollen den Plänen zufolge im Online-Glücksspiel nicht verwendet werden dürfen. Die Identifizierung eines Spielers soll den gleichen strengen Kriterien unterworfen werden, die für Kreditinstitute bei der Eröffnung eines Kontos gelten. “Ziel ist eine lückenlose Transparenz bei den Zahlungsströmen“, hieß es.

Schätzungen der EU-Kommission zufolge hätten die Einnahmen der Online-Glücksspielanbieter in der Europäischen Union 2008 bei mehr als sechs Milliarden Euro gelegen. Die Dunkelziffer sei aber hoch, da viele Anbieter illegal operierten. Im Online-Markt habe das Glücksspielwesen den stärksten Zuwachs. Der Umfang werde sich in den nächsten fünf Jahren - ausgehend von Schätzungen 2008 - verdoppeln.

Mit der geplanten Ergänzung des Geldwäschegesetzes beschreite Deutschland einen neuen Weg über internationale Standards hinaus, erklärte das Finanzministerium weiter. Deutschland wolle sich bei den Verhandlungen über die EU-Geldwäscherichtlinie dafür einsetzen, dass der von Berlin verfolgte Ansatz übernommen werde.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Youtube im Inkognitomodus nutzen
In den meisten Webbrowsern können Nutzer einen Inkognitomodus aktivieren. In dieser Einstellung wird kein Surf-Verlauf anlegt. Auch YouTube bietet in der Android-App ein …
Youtube im Inkognitomodus nutzen
Erpressung nach angeblichem Pornoschauen
Zurzeit sind E-Mails mit der Drohung im Umlauf, privates Filmmaterial des Nutzers öffentlich zu machen, wenn dieser kein Geld zahle. Betroffene sollten auf den …
Erpressung nach angeblichem Pornoschauen
Firefox-Features auch auf Smartphones testen
Nutzer des Firefox-Browsers können Test-Features jetzt auch auf dem Smartphone und Tablet ausprobieren. Erweiterungen wie Notes und Lockbox lassen sich über mehrere …
Firefox-Features auch auf Smartphones testen
Letzte Chance zum Kauf? Apple nimmt offenbar beliebte iPhone-Modelle aus dem Sortiment
Laut Medienberichten plant Apple, zwei seiner iPhone-Modelle aus dem Sortiment zu nehmen. Kunden könnten nur noch wenige Wochen Zeit bleiben, um zuzuschlagen.
Letzte Chance zum Kauf? Apple nimmt offenbar beliebte iPhone-Modelle aus dem Sortiment

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.