Test

Online-Speicher mit Sicherheitslücken

Seit der US-Spähaffäre ist die Verunsicherung im Netz groß. Welche Daten sind noch sicher? Stiftung Warentest hat dazu 13 Online-Speicher unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Kein Dienst schneidet gut ab.

Online-Speicherdienste sind für alle praktisch, die zwischen Notebook, Tablet und Smartphone hin und her jonglieren, auf allen Geräten aber stets die Einkaufsliste oder Fotos parat haben möchten. Nutzer laden ihre Daten einmal auf den Onlinespeicher und können sie dann mit internetfähigen Geräten von überall einsehen. Die unabhängige Stiftung Warentest hat in der August-Ausgabe der Zeitschrift „test“ 13 Online-Speicherdienste geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd: Besser als befriedigend schneidet im Test keiner der Dienste ab, etliche sind ausreichend.

Sicherheit und Datenschutz waren neben der Bedienung das wichtigste Prüfkriterium. Einen Dienst mit gutem Datenschutz fanden die Tester nicht. Sensible Daten sollten Nutzer daher selbst verschlüsseln.

Auch Europäer mit Schwächen

LaCie Wuala, ein Dienst mit Sitz in der Schweiz, ist der einzige, der die vom Nutzer hochgeladenen Daten nicht einsehen kann. Die US-Anbieter schneiden im Punkt Datenschutz und Datensicherheit allesamt ausreichend ab. Die europäischen Dienste sind nicht viel besser. Deutsche Telekom und Mozy aus Irland lassen positive Ansätze erkennen durch verständliche Datenschutzerklärungen oder die Benennung eines Datenschutzbeauftragten, genauso gut ist Strato.

Die beiden 1&1 Töchter Web.de und GMX aus Deutschland reihen sich in das schlechte Bild der US-Amerikaner ein. Bei der iOS-App von Microsoft ist der Übertragungsweg vom Nutzer zum Onlinespeicher unsicher. Das heißt, alle Daten, die er in die Cloud lädt, könnten Dritte zum Beispiel im offenen Wlan eines Cafés abfangen. Die Stiftung Warentest bewertet das als „sehr kritisch“.

Wer trotz der Datenschutzprobleme nicht auf den Komfort der Cloud verzichten will, sollte sensible Daten mit Hilfe von Zusatzprogrammen wie Boxcryptor oder Cloudfogger selbst verschlüsseln und erst dann in die Wolke schieben (siehe Kasten). Einige Funktionen, wie das Anzeigen von Bildern in einer Galerie, sind dann aber nicht möglich.

Bis zu 25 Gigabyte Speicher kostenlos

Alle Speicherdienste können Nutzer auf einem Windows-Rechner und jeweils per App auf einem Android- und einem iOS-Gerät anwenden. Möglich ist auch der Zugang über die Internetseite des Anbieters. Außer bei Trend Micro stehen 2 bis 25 Gigabyte Speicherplatz kostenlos zur Verfügung. Die Bedienung könnte bei allen Diensten besser sein. Insgesamt am besten schneidet Dropbox ab. Wenig schlechter sind Google Drive und Trend Micro SafeSync. Bei Dropbox überzeugt die aufgeräumte Benutzeroberfläche auf allen Zugangswegen. Die beste Windows-Software bietet LaCie Wuala. Deutlich schlechter funktioniert MozyHome. Über die Apps können Nutzer Dateien nur ansehen, aber nicht hochladen. Außerdem dauert es bei Mozy mit Abstand am längsten, eine Datei hoch- und herunterzuladen.

Zur Datensicherung sind die Clouddienste eher unpraktisch. Große Datenmengen auf einen Speicher im Internet hoch- und herunterzuladen, würde Tage dauern. Außerdem dürften die wenigsten Nutzer mit den Gratisangeboten der Clouddienste hinkommen. Wer den Speicher auf 100 Gigabyte aufstocken will, zahlt beim günstigsten Anbieter, bei Microsoft SkyDrive, jährlich 37 Euro. Dafür können Nutzer schon eine externe Festplatte mit wesentlich mehr Speicherplatz kaufen.

Rubriklistenbild: © dpa

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