Webkriminialität mit neuen Tricks

Opfer nach nackten Internet-Chats erpresst

Wellington - Kriminelle haben im Internet eine neue Methode gefunden, um an Geld zu kommen. Sie erpressten Computernutzer, die sich über ihre Webcam nackt mit anderen unterhielten.

Ein neue Masche von Internetkriminalität hat in Neuseeland erste Opfer gefunden: Computernutzer, die sich über ihre Webcams nackt mit anderen Nutzern unterhielten, erhielten im Anschluss Erpresser-Mails. Mehrere Menschen hätten sich in den vergangenen zwölf Monaten als Opfer gemeldet, berichtete die gemeinnützige Organisation Netsafe am Montag.

Netsafe sammelt Online-Meldungen von kriminellen und anstößigen Internetaktivitäten und leitet die Fälle an die zuständigen Behörden weiter - etwa an Polizei, Zollamt, Verbraucher- oder Datenschützer.

Nach den hüllenlosen Internet-Chats wurde Teilnehmern gedroht, die Videos Verwandten oder Arbeitgebern zu schicken, berichtete Netsafe. Einige Opfer hätten bis zu 500 neuseeländische Dollar (300 Euro) gezahlt. Die Betrüger nutzten teils Internetadressen auf den Philippinen oder in Marokko. „Wenn das Geld bezahlt ist, kommen immer neue Geldforderungen“, berichtete Netsafe-Chef Martin Cocker.

Insgesamt hätten Neuseeländer umgerechnet 2,1 Millionen Euro durch Internetkriminalität verloren, pro Kopf knapp 50 Cent. Ein Drittel davon zahlten Nutzer, die auf Emails reinfielen, die von ihnen Vorauszahlungen für versprochene Gewinne verlangten.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Archivbild)

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