Osterinsel-Pilz fürs Herz

- Ein Wirkstoff aus Pilzen, die von der Osterinsel Rapa Nui stammen, schützt Patienten, deren verengte Herzkranzgefäße durch einen Stent, eine Gefäßstütze aus Drahtgeflecht offen gehalten werden, vor Rückfällen. Der Wirkstoff Sirolimus (Rapamycin) - auch gegen die Abstoßung verpflanzter Organe eingesetzt - verhindert in beschichteten Stents besser als der bisher meist verwendete Wirkstoff Paclitaxel (Extrakt aus Eiben) die erneute Verstopfung der gestützten Arterie.

Das belegen zwei Studien aus dem Deutschen Herzzentrum in München, die jetzt im "New England Journal of Medicine" und in der amerikanischen Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurden. Um unabhängig zu sein, wurden beide Studien vom Herzzentrum finanziert.

Gefäß-Stents gegen einen drohenden Herzinfarkt werden seit 1986 in der Kardiologie verwendet. Für den Eingriff (ohne Narkose) reicht ein kleiner Schnitt in der Leiste. Durch die Arterie oder Vene (je nach Herzseite) schiebt der Arzt einen Katheter (flexiblen dünnen Schlauch) bis zum verengten Herzkranzgefäß und platziert dort den Stent unter Röntgenkontrolle millimetergenau.

Jährlich werden in Deutschland rund 150 000 einsetzt, weltweit über zwei Millionen. Doch bei einem Drittel der Patienten gibt es Komplikationen -die Stents rufen eine Fremdkörperreaktion hervor, die Wand des Gefäßes bildet verstärkt neue Zellen, das Gefäß verstopft wieder. In rund 20 Prozent der Fälle ist nach sechs Monaten noch ein Eingriff nötig. Deshalb werden die Stents heute mit Medikamenten beschichtet, um eine Neubildung von Zellen zu stoppen.

Ein Team um Professor Albert Schömig und Professor Adnan Kastrati verglich in einer Studie die Wirkung der besten Wirkstoffe (aus dem Pilz und der Eibe) bei Diabetikern (Pilzstoff doppelt so wirksam). Für die andere Studie wurden die Daten von 3669 Patienten weltweit verglichen. Der Pilzstoff war um ein Drittel wirksamer.

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