Mit 36 Paar Ski zur Olympiade der Studenten

- Schneller, schöner, weiter, heißt es in einer Woche für 2000 Studenten aus aller Welt bei der Winter-Universiade in Turin. Auch Münchner Hochschüler sind mit von der Partie.

"Nach den Olympischen Winter-Spielen ist die Universiade die größte Wintersport-Veranstaltung, was die Zahl der Teilnehmer angeht", sagt Organisator Thorsten Hütsch vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband. Die Alpinskifahrer Lina Fischer, Martin Dengler und Klaus-Hermann Witzmann sowie der Eistänzer Arne Hönlein werden in Turin dabei sein.

Trainiert wird bis zur letzten Minute. Hönlein ist mit seiner Partnerin Judith Haunstetter aus Augsburg sechs Mal pro Woche auf dem Eis im Olympiazentrum. Sie üben Tango und Rock‘n‘Roll. Die Skifahrer haben weniger Möglichkeiten zu üben. "Das Training ist schwierig, weil so wenig Schnee liegt", klagt Witzmann.

Andere Länder schicken Profis, Deutschland den Nachwuchs

Der 22-jährige Bauingenieurstudent und sein 23-jähriger Sportwissenschaftler-Kollege Dengler kennen sich von Kindesbeinen an. Auch Fischer ist mit den beiden in der Nachwuchsgruppe des Deutschen Skisportverbands um die Wette gefahren. "Immer ist einer Besser als der andere", erzählt die BWL-Studentin grinsend über die beiden Männer. "Klaus ist während der Saison der bessere und Martin dreht dann am Ende auf." Klaus Witzmann erklärt das so: "Ich habe den härteren Schnee lieber und Martin weichen Schnee." So kann Witzmann wohl in Turin an den Schauplätzen der Olympischen Winterspiele 2006 mit besseren Chancen rechnen, da dort jetzt harter Kunstschnee liegt.

Teilnahmeberechtigt sind die Sportler, weil sie eine bestimmte Punktzahl bei anerkannten Wettkämpfen erreicht haben. Hönlein wurde vom Eislaufverband nominiert. Fischer war bereits bei der jüngsten Winter-Universiade dabei. Im Super-G-Rennen schaffte sie es immerhin auf Platz sechs.

Diesmal werden die drei Münchner Skirennfahrer mit einem VW-Bus nach Italien fahren. "Wir brauchen den Platz, weil jeder von uns zwölf Paar Ski hat", erklärt Witzmann. Zwei für jedes Rennen und vier Ersatzskier. "Diesen Winter habe ich drei Paar Ski geschrottet", gesteht Dengler. Hönlein kann da nur staunen: "Ich habe nur ein Paar Schlittschuhe."

Der Nutzen für Studenten ist laut Hütsch groß, obwohl die Universiade für die nationale Rangliste keine Rolle spielt. Deutschland schickt nur Nachwuchssportler in den Wettkampf. Für andere Länder hat die Universiade eine höhere Bedeutung. "Die schicken da Top-Mannschaften hin", so Hütsch. So laufen die studentischen Spiele in Korea auf prominenten Kanälen, während sie hierzulande nur auf Eurosport 2 ausgestrahlt werden. Fischer vermutet, dass viele Länder ihre Sportler extra für die Universiade an der Uni einschreiben. "Das sind keine Studenten wie wir, sondern Profi-Sportler."

Deswegen hat es bei den Spielen 2005 auch nur für fünf Medaillen im deutschen Team gereicht. Sehr viel mehr wird wohl dieses Mal auch nicht herausspringen. Die drei Alpinskifahrer wollen unter die ersten zehn kommen. Der Technische-Physik-Student Hönlein wäre mit einem "Platz im Mittelfeld" schon zufrieden. Fischer spricht allen aus dem Herzen: "Dabei sein ist alles."

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