Paarten sich Mensch und Neandertaler?

- Immer wieder streiten Anthropologen darübere, ob der Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis) und der moderne Mensch (Homo sapiens sapiens) sich in jener Zeit, als beide Frühmenschenarten etwa 15 000 Jahre lang gemeinsam die Erde bis zum Ende der Altsteinzeit bevölkerten, auch vermischt haben. Erbgut-Vergleiche haben bisher gezeigt, dass die Neandertaler keinen bedeutenden genetischen Beitrag zu den heute lebenden Menschen geleistet haben, obwohl sie dem neuen Homo sapiens sapiens über Jahrtausende begegnet sind und Beziehungen untereinander nicht ausgeschlossen werden können.

<P>Jetzt gibt die Analyse zweier Fossilfunde aus Tschechien und dem Irak Anlass zu neuen Spekulationen.<BR>Ein Anthropologen-Team des Museums für Naturgeschichte in Wien hat Schädelknochen aus den Mladec-Höhlen in Tschechien datiert. Dabei haben sich die Funde als die zweitältesten Schädelreste des frühen modernen Menschen in Europa entpuppt. "Die Knochen sind rund 31 000 Jahre alt", erklärt Maria Teschler-Nicola. "Nur zwei Knochenfunde aus Rumänien sind mit 35 000 Jahren älter."<BR><BR>Bei dem Mladec-Fund handelt es sich um sehr gut erhaltene Knochen von fünf bis sechs Frühmenschen, Männern, Frauen und Kindern. Die Fossilien spielen eine entscheidende Rolle bei der Suche nach den Ursprüngen unserer direkten Vorfahren und dem Schicksal der Neandertaler, deren Spuren sich vor 30 000 Jahren verloren. <BR>Die Mladec-Schädelfunde gelten zwar als Überreste des Homo sapiens, doch noch ist unklar, ob sie Gesichtszüge hatten, die auf einen genetischen Anteil von Neandertalern hindeuten. Ob der Mladec-Fund für einen Gen-Austausch von Neandertalern mit ihrem plumperen Körper und den gröberen archaischen Gesichtszügen und dem größer und schlankeren modernen Menschen spricht, möchte Teschler-Nicola derzeit nicht kommentieren. <BR>Bewiesen ist, dass Neandertaler und Homo sapiens sapiens zeitweise an den gleichen Orten lebten. Eindeutige anatomische Hinweise auf Mischlinge beider Populationen fehlen aber.</P><P>Unterdessen hat eine Arbeitsgruppe des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig aus den etwa 75 000 Jahre alten Knochen eines Neandertalers aus der Shanidar-Höhle im Irak zum ersten Mal ein Protein herausgelöst und es anschließend sequenziert, also die Abfolge seiner Aminosäuren bestimmt. <BR>Diese neue Anayse-Methode, die angewendet wird, wenn kein Erbgut (DNA) mehr vorhanden ist, gibt Aufschluss über das Ernährungsverhalten von Primaten und genetische Vermischungen. <BR><BR>Die Anthropologen fanden heraus, dass die Neandertalersequenz eines wichtigen Proteins weitgehend der unseres direkten Verfahren entspricht. "Das bedeutet aber nicht, dass sich Neandertaler und moderner Mensch vermischt haben", erklärt Nielsen-Marsh. "Die identischen Sequenzen könnten unabhängig voneinader erworben worden sein, oder auch von einem gemeinsamen Vorfahren stammen." </P>

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