Palm klingelt künftig mit Microsoft

- San Francisco - Der Taschencomputer-Hersteller Palm, der lange Zeit Microsoft getrotzt hat, wird künftig auch auf Windows Mobile des Softwaregiganten setzen. Zusammen mit MicrosoftMitbegründer Bill Gates kündigte Palm-Chef Ed Colligan am Montag in San Francisco eine "strategische Allianz" an. Die kommende Generation des Palm-Smartphones "Treo" soll demnach mit Windows Mobile 5.0 laufen. Bislang baute Palm ausschließlich Geräte mit dem Betriebssystem Palm OS. Windows Mobile war der Hauptkonkurrent.

"Die Menschen wollen immer mehr an verschiedenen Orten arbeiten", sagte Gates. Dieser Anforderung trage das neue Gerät mit Windows Mobile Rechnung. Die Zusammenarbeit mit Palm sei eine richtungsweisende Allianz.

Das Gerät soll im ersten Halbjahr 2006 vom Mobilfunkprovider Verizon in den USA auf den Markt gebracht werden. "Für die zweite Jahreshälfte 2006 erwarten wir den Start in Europa", sagte PalmMarketingchef für Europa, Franck Gaget, der dpa. "Dies bedeutet nicht das Ende unserer Zusammenarbeit mit Palm Source, sondern der Beginn einer zusätzlichen Aktivität mit Microsoft." Palm werde jetzt nicht seine gesamte Produktpalette auf Windows umstellen.

Viele Beobachter sehen aber dennoch in der Vereinbarung mit Microsoft den Beginn einer neuen Ära bei Palm. Das kalifornische Unternehmen hatte von 1996 an die so genannten Persönlichen Digitalen Assistenten (PDA) populär gemacht. 2003 kaufte Palm Inc die von den ursprünglichen Palm-Gründern errichtete Firma Handspring auf, um in den Markt der Smartphones, einer Mischung aus PDAs und Handys, einzusteigen. Die Software Palm OS wurde in die Firma Palm Source ausgegründet und an andere Firmen wie Sony lizenziert. Zuletzt hatten sich aber viele Lizenznehmer wieder von Palm OS abgewandt. Vor zwei Wochen wurde Palm Source schließlich an die japanische PDASoftwarefirma Access verkauft.

Nach einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner hält das Betriebssystem Palm OS inzwischen nur noch 19 Prozent Marktanteil bei den Handhelds. Microsoft führt mit seinem Windows Mobile den Markt mit 46 Prozent an. Der Hersteller des Blackberry-Smartphones RIM erzielt 23 Prozent.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

No-Name-Geräte: Welche lohnen sich wirklich?
Ein iPhone für 1000 Euro, eine Siemens-Waschmaschine für 1200 Euro – lohnt sich das wirklich? Wie gut sind die Alternativen der Billighersteller? Kann das englische …
No-Name-Geräte: Welche lohnen sich wirklich?
Nintendo-Konsole Switch im Test: Super Mario schick wie nie
München - Super Mario bekommt eine neue Heimat. Nachdem der Kult-Klempner zuletzt mit einer App auf dem iPhone fremdging, erscheint am 3. März die neue Nintendo-Konsole …
Nintendo-Konsole Switch im Test: Super Mario schick wie nie
Videoplattform Vine schließt am 17. Januar
Twitter schaltet seine Video-Plattform Vine ab. Die zugehörige Webseite wird dann in ein Archiv umgewandelt, neue Beiträge können nicht mehr veröffentlicht werden.
Videoplattform Vine schließt am 17. Januar
Virtueller Baukasten für Lego-Fans
Mit Lego lassen sich beeindruckende Dinge bauen. Das muss nicht unbedingt mit echten Bausteinen sein: Wer mag, kann auch virtuelle Lego-Meisterwerke erschaffen.
Virtueller Baukasten für Lego-Fans

Kommentare